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Artikel Tagged ‘Streik’

Menschliches Flatterband

7. März 2008

Seit die BVG streikt, habe ich einige Stunden unfreiwilliger Spaziergänge – teilweise im Schnee – hinter mich bringen müssen. Und ich finde es immer noch gut. Heiter wird es erst nächste Woche, wenn die GDL auch noch streikt. Ich kann eine gewisse Vorfreude auf die Stadt ohne Busse und Bahnen nicht verneinen, auch wenn ich selbst noch nicht weiß, wie ich dann ins Büro gelangen soll.

Immerhin hat schon der BVG-Streik für ungewöhnliche Erlebnisse gesorgt: Am Mittwoch landete ich gegen halb sieben Abends am S-Bahnhof Friedrichstraße, der vor allem im Bereich der Treppen zum Tiefbahnsteig vollkommen überfüllt war. In der Mitte der Treppe standen Polizisten Schulter an Schulter. Ich hatte zuerst befürchtet, dass der Bahnsteig eventuell gesperrt sein könnte. Aber wie sich herausstellte, hatten die Beamten die Aufgabe, die Fußgängerströme durch ihre körperliche Präsent rechts und links an sich vorbei zu lenken. Das hat für allerhand Gelächter bei den ansonsten eher genervten Pendlern gesorgt, die Polizisten konnten sich dumme Sprüche im Dutzend anhören. Ein Beamter kommentierte die Sprüche nur lakonisch: “Ja, wir nehmen den Bürgern jetzt die Entscheidung ab, ob sie rechts oder links lang wollen”. Ich hatte keinen Grund, mich aufzuregen, weil es ordentlich linkslang ging. So ist brav. Warum die aber nicht einfach ein Flatterband gespannt haben, verstehe ich auch nicht.

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Heul doch, Berlin

1. Februar 2008

Streik bei der BVG

Das war überraschend. Alle Räder stehen still, weil, naja, weil der Arm von Ver.di und der BVG-Belegschaft es so will. Verlässlich berichtete das Morgenmagazin wieder über die Heulsusen, die an den Bahnhöfen vor verschlossenen Türen standen. Die Welt geht unter, niemand nimmt Rücksicht auf die “normalen Menschen, die auch zur Arbeit müssen”, verwirrte Menschen wussten nicht, wie sie sich fortbewegen sollten. Ich kann folgendes empfehlen: Auto, Taxi, S-Bahn, Fahrrad, Roller, zu Fuß. Funktoniert alles. Am besten fand ich die Bürgerin, die hinter mir auf der Treppe am S-Bahnhof Warschauer Straße lief und in ihr Handy brüllte:

Toll. Jetzt muss ich die S-Bahn nehmen. Und die fährt doch auch nur alle zwei oder drei Minuten!

Das ist wirklich ein Elend. Sicher, der Streik nervt. Ich fand es auch nicht vergnügungssteuerpflichtig, heute morgen früher aufzustehen, durch das Kackwetter durch halb Friedrichshain zu laufen, um die S-Bahn zu nehmen. Aber Streiks müssen weh tun, sie müssen nerven, sie müssen Schaden anrichten, weil sie sonst nichts bewirken. Und das Recht zu streiken und so für seinen Arbeitsplatz, seine Lohntüte und seinen Tarifvertrag zu kämpfen, kommt allen zu Gute. Auch denen, die vor dem verschlossenen U-Bahnhof Tränchen vergießen.

Für mich bleibt nur eine Frage offen: Warum ist das Schild mit dem Streikhinweis (siehe oben) hinter das Gitter geklebt und damit kaum zu lesen? Vielleicht weil ich es sonst mitgenommen hätte?

Edit: Ich bin nicht der einzige BVG-Streiksympathisant

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