Innenpolitik, Bürgerrechte, Datenschutz, Medien
August 11th, 2008

Hier werden BILD-Leser nachinformiert.

Am Samstag stand in der Bild-Zeitung:

Im ersten Moment befürchtete ich schon, dass jemand aus der LINKEN Unsinn geredet hat und Gelöbnisse jetzt auch toll findet. Aber ich konnte mich entspannen, als ich den Text gelesen hatte. Zitiert werden dort lediglich Friedbert Pflüger (CDU), Martin Lindner (FDP), Rainer Arnold (SPD), Elke Hoff (FDP) und der Joschka-Nachrücker Omid Nouripour. DIE LINKE fehlt also bei “alle Parteien”. Wieder mal sauber recherchiert. Jetzt will ich nicht, dass die BILD-Leser dumm sterben müssen. Als keinen Service hier zusammengefasst die Position der LINKEN zum Thema Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag: “NEIN“.

Wenn richtige Zeitungen von “alle Parteien” sprechen, meinen sie meist die fünf im Bundestag vertretenen Parteien (was aber ansich auch schon eine falsche Formulierung wäre). “Alle Parteien” kann man aber auf keinen Fall schreiben, wenn nur vier Parteien eine Meinung vertreten. Und schon gar nicht, wenn nur einige mehr oder weniger unbedeutende Politiker dieser Parteien irgendwas in die Blöcke der BILD-Redaktion blubbern. Ende des Service-Teils für BILD-Leser.

Omid Nouripour von den Grünen begründet seine Begeisterung für das öffentliche Bundeswehr-Gelöbnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Reichstag übrigens so:

Es ist bestimmt nicht falsch zu unterstreichen, dass die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist.

Das lässt mal wieder tief blicken.

Juli 7th, 2008

Grüne klauen Konzept bei Linkspartei

Thüringens Grüne-Chefin Astrid Rothe-Beinlich hat ein Thesenpapier zum Thema Rechtsextremismus vorgelegt. Dumm nur, dass es offenbar zu 70 Prozent bei der Linken-Angeordneten Sabine Berninger abgeschrieben ist, wie die Thüringer Allgemeine berichtet. Ich könnte ja jetzt mit irgendwelchen Wortspielen kommen, die den zweiten Nachnamen der Grünen aufs Korn nehmen. Ich lass das aber, denn eigentlich finde ich es gut, wenn sich auch die Grünen gegen Nazis engagieren. Und wenn es mit den Inhalten der Linken untermauert wird, kann das nicht schädlich sein. Besser, als wenn sie anfangen, sich selbst was auszudenken.

Juni 17th, 2008

POPULISMUS! Grüne fordern Datenschutz ins Grundgesetz.


Jetzt kann ich auch endlich mal die Populismus-Keule schwingen. Netzpolitik jubelt schreibt, dass die die Grünen schon mal tätig werden und einen Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vorgeschlagen haben, der das Ziel haben soll, den Datenschutz in der Verfassung zu verankern.

Ich finde, dass das strikt abzulehnen ist. Einerseits bin ich generell skeptisch, wenn ich die inflationären Tendenzen sehe, irgendwelche Dinge wie den Tierschutz ins Grundgesetz zu schreiben.

Andererseits gibt es auch handefestere Gründe, die gegen das Vorhaben der Grünen sprechen. Der Datenschutz hat ansich schon den Rang eines Grundrechtes. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung leitet sich aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Artikel 2, Abs. 1 GG) ab. Das muss eigentlich ausreichen, dieses Recht entsprechend zu schützen. Jetzt kann man argumentieren, dass ein Grundrecht, das so richtig im Grundgesetz steht, so schnell nicht von Schäuble über den Haufen gefahren wird. Auch das ist falsch, weil die Grünen nicht nur den Datenschutz ins Grundgesetz schreiben wollen, sondern die Ausnahmetatbestände gleich mitliefern:

Das Recht, über persönliche Daten selbst zu bestimmen, wird gewährleistet. Beschränkungen dieses Rechtes bedürfen einer gesetzlichen Grundlage.

oder

Jeder hat das Recht auf Zugang zu Daten öffentlicher Stellen. Beschränkungen dieses Rechts dürfen nur auf gesetzlicher Grundlage und nur dann erfolgen, wenn öffentliche Interessen die Vertraulichkeit zwingend gebieten oder ein überwiegendes Interesse Dritter an der Vertraulichkeit besteht.

Damit beschließe ich jede Vorratsdatenspeicherung, Scoriung-Scheiße oder was auch immer ich tun will. Gummiparagrafen gibt es schon genug und ich bin nicht der Auffassung, dass wir noch mehr davon brauchen. Und schon gar nicht bei den Grundrechten.

Aber es kommt noch dicker:

Der Kernbereich privater Lebensgestaltung ist unantastbar.

Das hört sich schöner an, als es ist. Die Definition des Kernbereiches ist in der Rechtssprechung ein Dauerbrenner, weil nicht immer zweifelsfrei zu klären ist, wann der Kernbereich anfängt. Unabhängig davon ist der Kernbereich mit seiner Unantastbarkeit nichts anderes als die Relativierung anderer ansich absolut geschützter Grundrechte. Konkret: Die Definition eines unantastbaren Kernbereiches tangiert andere absolut zu setzende Grundrechte. Die Grünen machen es wie Schäuble: Sie betreiben Grundrechtsrelativismus. Nur will Schäuble es nicht auch noch ins Grundgesetz schreiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand kommt, und einen Super-Duper-Kernbereich fordert, weil man operativen Auffassung kommt, dass man den Terrorismus nur dadurch bekämpfen kann, wenn die Polizei den Terroristen beim Vögeln zuhört, weil die sich ja ihre Terroristenpläne ins Ohr stöhnen könnten. Das würde den Wert des Kernbereichs ebenso relativieren, wie der Kernbereich die Grundrechte in ihrer universalen Anwendbarkeit relativiert.

Ich bin auf den Grünen-Parteitag gespannt, der der Welt den Beschluss über die Rangfolge von Grundrechten vorsetzt.

Warum machen die Grünen sowas? Weil sie Scheißpopulisten sind. Deshalb machen die sowas und schrecken nicht vor dem Grundgesetz zurück. Ich fordere die sofortige Überwachung Claudia Roths durch den Verfassungsschutz. Aber wenn es an ihren Kernbereich geht, wird weggehört.

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Mai 17th, 2008

Grüne Atomlobbyisten

Dass die ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Marianne Tritz heute für den Zigarettenverband arbeitet, der überhaupt nur deshalb gegründet wurde, weil nach der überaus restriktiven Nikotin-Prohibitionspolitik, die auch von den Grünen befürwortet wird, sich der VCD aufgelöst hatte, kann ich ja noch nachvollziehen. Das passt politisch wenigstens zu grüner Politik, die an anderer Stelle für die Legalisierung von Cannabis, gegen die Ideologie von Drogenverboten und für einen selbstbestimmten Rausch eintreten will. Das muss auch für Raucher gelten.

Eine wirkliche Überraschung finde ich jedoch, dass Margarete Margareta Wolf, auch grüne und ehemalige Umweltstaatssekretärin bei Jürgen Trittin jetzt als Lobbyistin für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken engagiert ist. Das ist ein weiterer interessanter Karrierewechsel grüner Nomenklatura. Während ich mich frage, wann Christian Ströbele als Promogirl für PS-Boliden auftritt oder statt mit dem Fahrrad werbewirksam mit einem SUV auf Wahlkampftour in Kreuzberg unterwegs ist, hat Julia nebenan einige andere grüne Wechsler aufgelistet. Zum Beispiel fast schon wieder vergessen: Der Wechsel Gunda Röstels zu Gelsenwasser. Zur Sicherheit sollten die Grünen ihre Kampagnen zum Wechsel von Atom- auf Ökostrom einstellen. Die Botschaft kommt wohl nicht richtig an.

Edit: Das mit der Liste ist ja ausbaufähig: Was ist denn zum Beispiel mit der Elbvertiefungs- und Studiengebühren-Christa?

Mai 14th, 2008

Koch will sich nicht ändern

Die Grünen fordern, dass die CDU sich ändern müsse, wenn schwarz-grün in Hessen eine Option sein soll. Roland Koch kontert, dass das ein Glaube aus einer anderen Welt sei. Ich finde: Koch hat Recht. Schließlich haben sich die Grünen doch schon hinreichend verändert.

April 25th, 2008

Grüne [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen]

Ich werde nie wieder mit diesen Grünen [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen] zusammenarbeiten. Die stinken, sind unsolidarisch, egoistisch und was weiß ich noch was alles. Ich hab das schon öfter erlebt. Aber jetzt rege ich mich gerade richtig auf.

Mit den Grünen [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen] sind wir ja in diesem Bündnis zur Verhinderung des Tempelhofer Flugbetriebes eingespannt. Hätten wirs mal lieber alleine gemacht und nicht mit diesen [hier bitte unflätiges Adjektiv einfügen] Grünen. SPD und LINKE beispielsweise haben jeweil eine stattliche 5-stellige Summe in das Bündnis eingezahlt, während die Grünen [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen] nur eine kleine 3-stellige Summe auf den Tisch legten. SPD und wir haben daher auf groß angelegte eigene Kampagnenelemente verzichtet, während die Grünen [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen] gleich mehrere Plakate usw. auf eigene Kappe gedruckt haben. Dafür war wohl Geld da. Man will ja grün-alternativer Gutmensch bleiben und es jedem zeigen.

Damit nicht genug. Weil die Grünen [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen] in Pankow auch noch zu faul sind, ihre eigenen Plakate auf ihre eigenen Pappen zu kleben, haben sie ihre grünen Plakate kurzerhand auf die teuer vor allem von SPD und LINKEN bezahlten Bündnisplakate geklebt.

Damit noch immer nicht genug. Gestern war im Bundestag die Debatte zum EU-Reformvertrag. Rente Künast, diese [hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen], entblödete sich doch tatsächlich nicht, zu behaupten, dass wir uns in Berlin mit der Volksabstimmung zieren würden:

(Lothar Bisky [DIE LINKE]) (…) Verehrte Kolleginnen und Kollegen der Koalition, dass Sie die Bevölkerung von der Entscheidung ausschließen, zeigt, dass Sie dem Vertrag von Lissabon selber nicht über den Weg trauen;

(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])

sonst hätten Sie doch nichts zu befürchten. Wir Linken wollen eine Volksabstimmung. Hier sind wir nicht allein.

(Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: In Berlin ziert ihr euch aber bei der Volksabstimmung! Was ist mit Tempelhof?)

– In Berlin stimmen wir mit dem überein, was ich hier sage, Frau Künast. Das könnten Sie wissen. (Quelle: Plenarprotokoll Deutscher Bundestag, PlPr. 16/157)

Das könnte sie in der Tat wissen, denn schließlich war es der rot-rote Senat, der das neue Gesetz über direkte Demokratie in Berlin eingeführt hat, das ich recht vorbildlich finde. Abgesehen davon finde ich es bodenlos, hier so zu tun, als sei man die einizige, die auf der richtigen Seite ist und muss seinen Bündnispartmern bei jeder unpassenden Gelegenheit nochmal eine mitgeben.

[hier bitte unflätiges Schimpfwort einfügen]

April 11th, 2008

176.830,55 Euro

Gestern fiel mir die Bundestags-Drucksache 16/8400 in die Hände. Es handelt sich dabei um den Rechenschaftsbericht der im Bundestag vertretenen Parteien. Dort werden auch Spenden und Mandatsträgerbeiträge an die Parteien einzeln ausgewiesen, die im Berichtsjahr insgesamt die Summe von 10.000 Euro übersteigen. Kaum überraschend sind die Großspenden, die Union, SPD und FDP aus den Reihen der Wirtschaft erhalten. Aber auch die Grünen konnten fleißig sammeln:

  • Allianz AG: 60.001,00 Euro
  • BMW: 46.829,55 Euro
  • Commerzbank AG: 25.000,00 Euro
  • Deutsche Bank AG: 25.000,00 Euro
  • Verband d. bayerischen Metall- u. Elektroindustrie: 20.000,00 Euro

Ich frage mich schon, wofür ausgerechnet BMW (und auch die anderen Verbrecher) solch hohe Summen an die Grünen spenden. Und welche Gegenleistung sie dafür erhalten haben. Spekuliert mit!

Februar 8th, 2008

Hauptsache irgendwas — doch was.

Schade. Der Beitrag, der hier stand, hat sich dahingehend erledigt, dass Leute nicht etwa nicht wussten, was sie im Parlament machen sollen. Viel mehr kursierten vorübergehend verschiedene Versionen der Tagesordnung. Wär aber auch zu schön gewesen.

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