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Oktober 1st, 2009

“Junge Freiheit” mahnt Blogger ab

Die rechtsradikale Wochenzeitung “Junge Freiheit” will es sich offenbar nicht gefallen lassen, wenn man die Auffassung veröffentlicht, dass das Blatt eine “NPD-Postille” ist und verschickt deswegen Abmahnungen an Blogger.

Konkret geht es um meinen Text “Klar machen zum Kentern“, in dem ich mich mit dem JF-Interview befasse, das der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei, Andreas Popp, dem Blatt gegeben hat.

Bei Bloggern, die den Text entsprechend der CC-Lizenz übernommen haben, ist jetzt Post mit einer Unterlassungserklärung nebst einer happigen Kostennote eingegangen. Die JF besteht darauf, dass sie mit der NPD gar nichts zu tun hat und vermutet entsprechend eine falsche Tatsachenbehauptung.

Tatsächlich musste die Junge Freiheit in einem ähnlichen Fall schon mal eine Schlappe vor dem OLG Frankfurt/Main einstecken, als sie gegen den evangelischen Pressedienst vorging, der verbreitete:

Zugleich erhob der Staatssekretär schwere Vorwürfe gegen die Zeitung Junge Freiheit, die das Projekt 2006 in einem Artikel verunglimpft habe. ‘Die Junge Freiheit werde von der Jugendorganisation der NPD gelenkt’, erklärte er.
(Quelle / Urteil als PDF)

Anton Maegerle hat übrigens im Heft “Perspektive 21″ (PDF hier, ab Seite 57) sehr schön dargelegt, wie sich das politische Umfeld der JF zusammensetzt.

Alles in allem wundere ich mich nicht mehr, warum die JF zwar irgendwelche Privatpersonen abmahnt, bei mir persönlich als Autor des Textes ein solches Schreiben bislang noch niht eingegangen ist. Vielleicht findet man, dass der rechtsweg gegen jemanden, der Untertstützung durch ein Justiziariat bekommen kann, wenig erklecklich. Dennoch schalte ich Juristen ein, damit diejenigen, die den Text verbreitet haben, nicht alleine stehen.

Also, JF: Wenn Ihr Eier habt, erwarte ich Eure Post.

Update: Am 25.2.2010 kam es vor dem Landgericht Berlin zu einer Verhandlung wegen dieses Textes. Im Ergebnis der Verhandlung habe ich eine Formulierung geändert. Mehr dazu später an anderer Stelle.

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28 Kommentare »

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Siegfried Schlosser erwähnt. Siegfried Schlosser sagte: RT @BohemianBerlin: RT @bov Junge Freiheit mahnt Blogger ab: http://bit.ly/rcp9w [...]

  2. Und ich sach noch zu allen Leuten, lest das JF-Interview mit Udo Voigt (NPD), aber Ihr hört ja nich auf mich.

    Finde ich cool, dass Du die Dich Zitierenden unterstützt!

    Kommentar von pantoffelpunk — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 12:31
  3. Der Link zum Text von Anton Maegerle fehlt. ;-) Wäre darauf sehr neugierig, deshalb fiel’s mir auf.

    Kommentar von rrho — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 12:44
  4. [...] http://www.mark.linkeblogs.de/2009/10/01/junge-freiheit-mahnt-blogger-ab/ a few seconds ago from Afficheur [...]

  5. Ach, hoppla. Link zur PDF ist ergänzt.

    Kommentar von Mark Seibert — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 13:14
  6. [...] für Dinge die sie nicht geschrieben haben abzumahnen. Der korrekte Weg wäre gewesen sich an Mark Seibert, als Autor des von der 'Jungen Freiheit' bemängelten Artikels, zu wenden. Dieser Weg könnte aber [...]

    Pingback von Junge Freiheit mahnt Blogger statt Autor ab — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 14:02
  7. [...] Ach ja, und die “Junge Freiheit” mahnt offenbar Blogs ab. [...]

    Pingback von Piraten & Pressefreiheit « evil daystar — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 14:27
  8. [...] “Junge Freiheit” mahnt Blogger ab [...]

  9. [...] denn selbiger wurde vom Autor unter eine CC-Lizenz gestellt. Beide Beiträge könnt Ihr hier und hier nachlesen. Meinungen, Kommentare sind [...]

    Pingback von Die "Junge Freiheit" mahnt Blogger ab | Radio Utopie — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 16:47
  10. [...] Apparat der Partei Die Linke angelegt, die sich jetzt sicherlich auf diese Auseinandersetzung freut. Mark Seibert verweist auf einen ähnlich gelagerten Fall: Tatsächlich musste die Junge Freiheit in einem ähnlichen Fall schon mal eine Schlappe [...]

    Pingback von Junge Freiheit mahnt Blog ab : netzpolitik.org — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 17:36
  11. [...] für Dinge die sie nicht geschrieben haben abzumahnen. Der korrekte Weg wäre gewesen sich an Mark Seibert, als Autor des von der ‘Jungen Freiheit’ bemängelten Artikels, zu wenden. Dieser Weg [...]

    Pingback von Junge Freiheit mahnt Blogger statt Autor ab - SaarBreaker — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 19:45
  12. Naja das Verhalten passt doch irgednwie zur JF, welche sich doch gerne mit fragwürdigen Inhalten schmückt, welche vom rechten Rand stammen.Ich nenne an dieser Stelle mal keine Parteinamen ;)

    Kommentar von Robert — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 20:05
  13. [...] mit der NPD zu tun, ist schon gar keine »NPD-Postille«. Und wer was anderes sagt, kriegt einen dieser so üblichen Anwaltsbriefe nebst der so üblichen Kostennote und darf si…. [...]

  14. In der JF hat bspw. auch schon Ephraim Kishon geschrieben. Hast du schon mal drüber nachgedacht, dass sie vielleicht KEIN rechtsradikales Dumme-Glatzen-Blatt ist?

    Nur so als Idee.

    Kommentar von tux. — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 21:28
  15. @tux
    Kishon hat denen ein Interview gegeben. Wie (leider) viele andere auch. Dennoch ist die JF ein rechtsradikales Doofblatt. Ich finde ja auch auf einmal das JW nicht toll, nur weil Gysi da mal ein Interview gegeben hat.

    Kommentar von Mark Seibert — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 21:32
  16. @tux
    “Über Jahre stand die Junge Freiheit unter Beobachtung mehrerer Verfassungsschutzämter. Experten weisen der JF eine Scharnierfunktion zwischen dem rechtskonservativen und dem rechtsextremen Spektrum zu.” , schreibt Gabriele Nandlinger. Quelle: http://www1.bpb.de/themen/XOEPZI,1,0,Rechtsextreme_SchwarzWei%DFMalerei.html

    Kommentar von girl — Donnerstag, 1. Oktober 2009 @ 21:33
  17. Wos Alta, is Junge Freiheit NPD???
    Habsch immer gedacht, is seriöse Zeitunk fur Doische von Doische. Ham doch schon geschireben viele bekannte Persönlischkeit aus Politik wie FDP, CDU/CSU und SPD, auch de Professor von Arnim, guckst du lange Liste hier:
    weh-weh-weh jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html

    Un de Piraten-Andi hat gegeben auch Interview, aber nisch gewusst un dann gewusst un trotzdem Interview voll fett authorisiert.

    Binsch jetzt voll krass geschockt, Alta. Musssch jetz nochmal uberprufen de ganse schaise …. Wo versteckt sisch noch de Nazi?

    Kommentar von Der Moslem — Freitag, 2. Oktober 2009 @ 09:56
  18. [...] steht. Und dieser Blogger nun bekommt eine Abmahnung von der JF, nicht aber linkeblogs.de. Seibert äußert nun den Verdacht, die JF picke sich mit Absicht die schwächeren Gegner, also die privaten Blogger, heraus: [...]

    Pingback von AbMahnWache („Junge Freiheit mahnt Blog ab“) | Amyklai — Freitag, 2. Oktober 2009 @ 10:19
  19. [...] “Junge Freiheit” mahnt Blogger ab: [...] Die rechtsradikale Wochenzeitung “Junge Freiheit” will es sich offenbar nicht gefallen lassen, wenn man die Auffassung veröffentlicht, dass das Blatt eine “NPD-Postille” ist und verschickt deswegen Abmahnungen an Blogger. Konkret geht es um meinen Text “Klar machen zum Kentern“, in dem ich mich mit dem JF-Interview befasse, das der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei, Andreas Popp, dem Blatt gegeben hat. [...] Hier weiterlesen. [...]

    Pingback von “Junge Freiheit” mahnt Blogger ab « // TBDTTT — Freitag, 2. Oktober 2009 @ 12:41
  20. [...] womblog, markseibert, [...]

    Pingback von Junge Freiheit im Abmahnwahn « 11k2 — Freitag, 2. Oktober 2009 @ 15:18
  21. [...] “Junge Freiheit” mahnt Blogger ab: mark.linkeblogs.de [...]

  22. [...] mit der NPD zu tun, ist schon gar keine »NPD-Postille«. Und wer was anderes sagt, kriegt einen dieser so üblichen Anwaltsbriefe nebst der so üblichen Kostennote und darf si…. [...]

    Kommentar von CI — Montag, 5. Oktober 2009 @ 23:05
  23. [...] Jungen Freiheit bekommen. Es geht dabei aber nicht um den Text, den das Womblog übernommen hatte und abgemahnt wurde, sondern um [...]

  24. [...] Adels-Postille “Junge Freiheit”, die keine NPD-Postille sein will, gewartet. Aber da kam nichts. Nun ist doch was gekommen. Zwar nicht das, was er erwartet hat, aber immerhin. [...]

    Pingback von Junge Freiheit und OLG Frankfurt 16 U 152/08 » mein-parteibuch.com — Dienstag, 3. November 2009 @ 22:45
  25. Was bitte ist eine “Postille” ?

    Gruß A.Non

    Kommentar von A.Non — Dienstag, 3. November 2009 @ 23:29
  26. @A.Non

    http://de.wikipedia.org/wiki/Postille

    Kommentar von Mark Seibert — Mittwoch, 4. November 2009 @ 11:31
  27. [...] Landgericht Berlin der Prozess Junge Freiheit gegen mich statt (hier zur Vorgeschichte). Anders als bei anderen ging es hier nicht darum, ob die Junge Freiheit als NPD-Postille bezeichnet werden kann, sondern um [...]

  28. [...] Landgericht Berlin der Prozess Junge Freiheit gegen mich statt (hier zur Vorgeschichte). Anders als bei anderen ging es hier nicht darum, ob die Junge Freiheit als NPD-Postille bezeichnet werden kann, sondern um [...]

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