“Junge Freiheit” mahnt Blogger ab
Die rechtsradikale Wochenzeitung “Junge Freiheit” will es sich offenbar nicht gefallen lassen, wenn man die Auffassung veröffentlicht, dass das Blatt eine “NPD-Postille” ist und verschickt deswegen Abmahnungen an Blogger.
Konkret geht es um meinen Text “Klar machen zum Kentern“, in dem ich mich mit dem JF-Interview befasse, das der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei, Andreas Popp, dem Blatt gegeben hat.
Bei Bloggern, die den Text entsprechend der CC-Lizenz übernommen haben, ist jetzt Post mit einer Unterlassungserklärung nebst einer happigen Kostennote eingegangen. Die JF besteht darauf, dass sie mit der NPD gar nichts zu tun hat und vermutet entsprechend eine falsche Tatsachenbehauptung.
Tatsächlich musste die Junge Freiheit in einem ähnlichen Fall schon mal eine Schlappe vor dem OLG Frankfurt/Main einstecken, als sie gegen den evangelischen Pressedienst vorging, der verbreitete:
Zugleich erhob der Staatssekretär schwere Vorwürfe gegen die Zeitung Junge Freiheit, die das Projekt 2006 in einem Artikel verunglimpft habe. ‘Die Junge Freiheit werde von der Jugendorganisation der NPD gelenkt’, erklärte er.
(Quelle / Urteil als PDF)
Anton Maegerle hat übrigens im Heft “Perspektive 21″ (PDF hier, ab Seite 57) sehr schön dargelegt, wie sich das politische Umfeld der JF zusammensetzt.
Alles in allem wundere ich mich nicht mehr, warum die JF zwar irgendwelche Privatpersonen abmahnt, bei mir persönlich als Autor des Textes ein solches Schreiben bislang noch niht eingegangen ist. Vielleicht findet man, dass der rechtsweg gegen jemanden, der Untertstützung durch ein Justiziariat bekommen kann, wenig erklecklich. Dennoch schalte ich Juristen ein, damit diejenigen, die den Text verbreitet haben, nicht alleine stehen.
Also, JF: Wenn Ihr Eier habt, erwarte ich Eure Post.
Update: Am 25.2.2010 kam es vor dem Landgericht Berlin zu einer Verhandlung wegen dieses Textes. Im Ergebnis der Verhandlung habe ich eine Formulierung geändert. Mehr dazu später an anderer Stelle.

Und ich sach noch zu allen Leuten, lest das JF-Interview mit Udo Voigt (NPD), aber Ihr hört ja nich auf mich.
Finde ich cool, dass Du die Dich Zitierenden unterstützt!
Der Link zum Text von Anton Maegerle fehlt.
Wäre darauf sehr neugierig, deshalb fiel’s mir auf.
Ach, hoppla. Link zur PDF ist ergänzt.
Naja das Verhalten passt doch irgednwie zur JF, welche sich doch gerne mit fragwürdigen Inhalten schmückt, welche vom rechten Rand stammen.Ich nenne an dieser Stelle mal keine Parteinamen
In der JF hat bspw. auch schon Ephraim Kishon geschrieben. Hast du schon mal drüber nachgedacht, dass sie vielleicht KEIN rechtsradikales Dumme-Glatzen-Blatt ist?
Nur so als Idee.
@tux
Kishon hat denen ein Interview gegeben. Wie (leider) viele andere auch. Dennoch ist die JF ein rechtsradikales Doofblatt. Ich finde ja auch auf einmal das JW nicht toll, nur weil Gysi da mal ein Interview gegeben hat.
@tux
“Über Jahre stand die Junge Freiheit unter Beobachtung mehrerer Verfassungsschutzämter. Experten weisen der JF eine Scharnierfunktion zwischen dem rechtskonservativen und dem rechtsextremen Spektrum zu.” , schreibt Gabriele Nandlinger. Quelle: http://www1.bpb.de/themen/XOEPZI,1,0,Rechtsextreme_SchwarzWei%DFMalerei.html
Wos Alta, is Junge Freiheit NPD???
Habsch immer gedacht, is seriöse Zeitunk fur Doische von Doische. Ham doch schon geschireben viele bekannte Persönlischkeit aus Politik wie FDP, CDU/CSU und SPD, auch de Professor von Arnim, guckst du lange Liste hier:
weh-weh-weh jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html
Un de Piraten-Andi hat gegeben auch Interview, aber nisch gewusst un dann gewusst un trotzdem Interview voll fett authorisiert.
Binsch jetzt voll krass geschockt, Alta. Musssch jetz nochmal uberprufen de ganse schaise …. Wo versteckt sisch noch de Nazi?
[...] mit der NPD zu tun, ist schon gar keine »NPD-Postille«. Und wer was anderes sagt, kriegt einen dieser so üblichen Anwaltsbriefe nebst der so üblichen Kostennote und darf si…. [...]
Was bitte ist eine “Postille” ?
Gruß A.Non
@A.Non
http://de.wikipedia.org/wiki/Postille