Innenpolitik, Bürgerrechte, Datenschutz, Medien
März 17th, 2009

Grüne kriegen ihre Online-Community nicht hin

Die Grünen haben auf ihrer Website angekündigt, am 13. März 2009 die Online-Community der Partei zu launchen. Dass daraus nichts geworden ist, habe ich gestern bemerkt, als ich noch immer nicht die Einaldungsmail bekommen hatte.

Per Twitter wies mich ein aufmerksamer Mensch darauf hin, dass die Grünen den Launch der Community wegen des Amoklaufs in Winnenden absagen mussten:

(…) Leider muss ich Euch mitteilen, dass sich der Start von “Meine Kampagne” verzögert. Auf Grund der furchtbaren Ereignisse in Winnenden haben wir uns entschieden, die für letzten Freitag geplante Pressekonferenz zur Präsentation des Online-Wahlkampfes zu verschieben. Die Pressekonferenz und somit die Freischaltung von “Meine Kampagne” wird voraussichtlich am kommenden Freitag, also am 20.3. stattfinden. Sobald ein neuer Termin feststeht, bekommt Ihr natürlich von mir Bescheid (…). (Quelle: Mail der Grünen).

Mich hatte es spontan gewundert, dass die Grünen den Amoklauf benutzen, um den Start ihrer Community zu verschieben, aber völlig auszuschließen war das natürlich nicht.

Das dachte ich bis heute. AG Digitale Demokratie weiß, dass es vielmehr handfeste technische Schwierigkeiten sind, die zur Verzögerung des Starts beigetragen haben:

Am 12./13.3. haben wir den Mitgliedern von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND per Post die Registrierungsdaten für das GRÜNE Mitglieder- und Unterstützernetz WURZELWERK zugesandt. Das WURZELWERK ist am 12.3. in der mitgliederöffentlichen Version online gegangen. Nachdem gravierende technische Probleme auftraten, haben wir entschieden, das WURZELWERK vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die mit dem Projekt beauftragte Firma versucht im Augenblick, die Probleme zu beheben. Im Augenblick gibt es von ihr noch keine Auskunft über Problemursache und Behebungsfrist. Wir hoffen auf Behebung in den nächsten Tagen und werden Euch natürlich sofort über den weiteren Verlauf informieren. (Quelle).

Das finde ich ja schon ein ganz schönes Ding, dass die erstens nur einen Tag Probezeit einplanen und wenn es dann nicht klappt auch noch den Amoklauf als rechtfertigung hernehmen – wo damit doch schon das Killverspielverbot oder die Kinderpornointernetsperre gerechtfertigt werden sollen.

Das passt alles so herrlich in mein Weltbild – zumindest dann, wenn der Dienstleister der Grünen (wie ich vermute) die Firma Newthinking um “deutschlands bekanntesten Politblogger” (Eigenwerbung) ist, der sonst durch methodisch mangelhafte Studien zu Web 2.0 auffällt.

Und wenn die Community der Grünen dann mal funktioniert, mache ich mich in einem neuen Post über den Namen “Wurzelwerk” lustig.

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