Innenpolitik, Bürgerrechte, Datenschutz, Medien
November 16th, 2008

Lutz Heilmann verzichtet auf juristische Schritte gegen wikipedia.de

Lutz Heilmann hat eben erklärt, auf juristische Schritte gegen Wikimedia e.V., den Betreiber von wikipedia.de,  zu verzichten. Wikipedia.de könne, so Heilmann, “ab sofort die Inhalte der freien, nicht kommerziellen Internet-Enzyklopädie Wikipedia wieder über die URL www.wikipedia.de zugänglich machen”.

Lutz Heilmann hat offenbar eingesehen, wie es nicht funktioniert:

Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten. Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. (Quelle: Erklärung von Lutz Heilmann)

Mit liegt der Text eines Faxes an Wikimedia e.V. vor, in dem Heilmann erklärt, auf juristische Schritte zu verzichten. Immerhin ein erster Schritt. Ich habe heute morgen mit Lutz Heilmann telefoniert und versuche, einen Kontakt zwischen ihm und den Wikimedia-Leuten zu makeln, sobald sich die Wogen etwas gelegt haben. Das wichtigste ist zunächst, dass wikipedia.de wieder online gehen kann.

Was ist der nächste Schritt? Man muss es irgendwie schaffen, Mandatsträgern näherzubringen, wie partizipatives Internet fuktioniert, wie die Verbreitung freien Wissens funktioniert und wie Kommunikation dort funktioniert. Und das möglichst zu eine Zeitpunkt, wenn noch nicht solche Katastrophen passiert sind. Ich werde vorschlagen, dass meine Partei gemeinsam mit Wikimedia in einen Dialog darüber kommt, wie das hinzukriegen ist. Wahrscheinlich wird das Thema öfter mal irgendwie – wenn auch weniger dramatisch – auf der Tagesordnung stehen. Die Frage ist, wie Persönlichkeitsrechte geschützt werden können, ohne gleich die Keule rauszuholen. Mal schauen, das wird spannend.

Update: Bei Wikimedia.de tut sich auch was. Dort steht jetzt:

Diese Webseite ist aufgrund eines Serverumzugs derzeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Was hat das wieder zu bedeuten?

Edit: Jetzt haben es auch die bürgerlichen Medien mitbekommen:

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45 Kommentare »

  1. “[...] als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. ”

    dumm? wirklich keine medienkompetenz? und sowas darf im bundestag sitzen?

    Kommentar von masd — Sonntag, 16. November 2008 @ 12:41
  2. ja. das passive wahlrecht kriegt man auch dann zuerkannt, wenn man über eine geringe medienkompetenz verfügt. ist zwar komisch für eine demokratie, aber naja.

    Kommentar von Mark Seibert — Sonntag, 16. November 2008 @ 12:47
  3. Hallo!

    Hat oder wird Herr Heilmann parteiintern eine “auf den Deckel” bekommen? Wird es Konsequenzen geben?

    Kommentar von masd — Sonntag, 16. November 2008 @ 12:53
  4. er wird eine auf den deckel bekommen. ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es ein parteiausschlussverfahren geben wird oder dass eines erfolgreich sein könte.
    aber bald werden die kandidaten für die nächste bundestagswahl aufgestellt. da ist dann genug möglichkeit für konsequenzen.

    Kommentar von Mark Seibert — Sonntag, 16. November 2008 @ 14:05
  5. [...] in den Blick zu nehmen würde so manchem Blogger gut anstehen. [Update 14.17 Uhr] Lutz Heilmann hat’s eingesehen, dass sein Weg nicht der richtige war, und will nun doch keine rechtlichen Schritte gegen Wikimedia [...]

    Pingback von Linkes Onlinemarketing. - ats20.de — Sonntag, 16. November 2008 @ 14:22
  6. [...] FAX an Mediawiki Deutschland e.V. kann hier nachgelesen [...]

    Pingback von Heilmann will Wikipedia.de wieder freigeben lassen — Sonntag, 16. November 2008 @ 14:32
  7. [...] Mark Seibert (Mark Seibert:Logbuch) habe Lutz Heilmann erklärt, “auf juristische Schritte gegen Wikimedia e.V., den Betreiber [...]

  8. [...] (Die Linke) geht nicht weiter gegen wikipedia.de vor und verzichtet auf juristische Schritte. In einem Fax an Wikimedia e.V. bedauert er sein Handeln und erklärt, dass es ihm keinesfalls um Zensur, sondern [...]

  9. Hat der gute Mann eigentlich die drei Strafanträge gegen die Autoren auch zurückgezogen? Davon war noch nichts zu lesen.

    Kommentar von masd — Sonntag, 16. November 2008 @ 16:20
  10. Edit: Nein hat er nicht.

    “Ich habe Strafantrag und Strafanzeige gegen drei Personen gestellt, darunter gegen einen Wikipedia-Autoren.” Die beiden anderen Strafanzeigen richteten sich gegen Personen, die auf einem anderen Online-Portal Falschbehauptungen über ihn aufgestellt hätten.

    quelle: heise

    Kommentar von masd — Sonntag, 16. November 2008 @ 16:21
  11. Na hoffentlich wurden die IP-Adressen der Autoren vorratsdatengespeichert. pfui

    Kommentar von andre — Sonntag, 16. November 2008 @ 16:25
  12. [...] dieser Posse neben dem Imageschaden für die Linke? Vor allem die Erkenntnis, dass sich Politiker intensiver mit den Wirkungsmechanismen des heutigen Web beschäftigen sollten. Dann könnten sie vielleicht das Ergebnis von unbedachtem Handeln besser [...]

    Pingback von PR-Kloster » Lutz Heilmann contra Wikipedia: Vernunft siegt doch — Sonntag, 16. November 2008 @ 17:02
  13. [...] 16.11.08 17:20 Uhr*** Anscheinend hat der Herr Heilmann kapituliert, siehe hier. Wikipedia.de wird wohl bald wieder online gehen [...]

    Pingback von Wikipedia.de wird dicht gemacht | SEOball SEO-Blog — Sonntag, 16. November 2008 @ 17:21
  14. Ich bin damals gegen Microsoft OSes zu Felde gezogen. Wir haben Ataris benutzt von gegen M$ und Intel immun zu sein. Ich habe wie viele andere und immer mehr ab 93 mit Linux und GNU Software gearbeitet. Ich dachte immer die Schwarzen und ihre Korruption sind das Letzte. Ich durch den Umgang der SPD mit Dagmar Metzger und dieses Wochenende eines Besseren belehrt worden. JETZT erst weiss ich was Sozialismus ist. Vielen Dank. Als junger Mensch war ich mal KBW Sympathisant. Es ist schon hart heute Ulla Schmidt zu ertragen. Aber eines wurde dieses WE klar: Nie den Abschaum vom MfS zu waehlen.

    Kommentar von Achim Zschaege — Sonntag, 16. November 2008 @ 18:10
  15. Schade, ich hatte gerade gedacht, die LINKE könnte eine auch für mich wählbare Alternative sein, nachdem ich als Familenvater und krankheitsbedingtes Hartz IV-Opfer, spätestens nach der durch Schröder gesteuerten Nominierung von Steinmeier und Müntefering, nicht SPD wählen werde.

    Und jetzt das. Schlimm finde ich nebenbei, dass diese Zensurmentalität scheinbar so weit verbreitet ist, dass man sie jetzt durch bessere Schulungen kaschieren will.

    Offenbar steht also nicht der Zensurgedanke in der Kritik, sondern nur die ungeschickte Durchführung der Zensur. Deswegen werde ich meine Einstellung zur LINKEN noch mal gründlich überdenken.

    Kommentar von Andreas — Sonntag, 16. November 2008 @ 19:09
  16. Das ist wirklich dummes Zeug. Es soll kein Zensurgedanke kaschiert, sondern Medienkometenz trainiert werden. Meine Güte.

    Kommentar von Mark Seibert — Sonntag, 16. November 2008 @ 19:13
  17. Herr Seibert, vielen Dank erstmal für die fundierte, sachliche und ausführliche Antwort. Allein das Argument, meine Vermutung sei “dummes Zeug”, hat mich natürlich schlagartig überzeugt. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich kurzzeitig das Lied von der Partei, die ja bekanntlich immer Recht hat, vergessen habe. :-)

    Sie haben allerdings selber die Befürchtung geäußert, dass solche Aktionen künftig häufiger passieren könnten und man die Funktionsträger der LINKEN deshalb schulen müsse. Daraus ziehe ich eben meine “dummen” Schlüsse, da ich leider nicht mit Ihrer allumfassenden Weisheit gesegnet bin.

    Kommentar von Andreas — Sonntag, 16. November 2008 @ 19:50
  18. Die Befürchtung hat den Hintergrund, dass das Problem von Verletzungen des Persönlichkeitsrechts nicht virtuell, sondern real ist – ganz unabhöngig vom Fall Heilmann. Gerade in Wahlkampfzeiten werden interessierte Kreise, das zeigt alle Erfahrung, Plattformen wie Wikipedia missbrauchen werden. Deshalb will ich, dass nicht irgendwelche Leute auf die Idee kommen, gleich zum Gericht zu gehen – egal, ob sie Recht haben oder nicht, sondern viel mehr intelligentere Wege finden, solche Probleme zu beseitigen. Und da nicht jeder netzaffin ist und das auch keine Voraussetzung sein kann, halte ich Schulungen und Informationen für wichtig.

    Daraus zu konstruieren, ich wolle Zensurgedanken kaschieren ist eben dummes Zeug. Dass ich Ideen, Inhalte bei Wikipedia per Klage zu beeinflussen, ebenfalls für ziemlich tumb halte, habe ich in aller Deutlichkeit geschrieben. Da lasse ich mich hier nicht anmachen.

    Kommentar von Mark Seibert — Sonntag, 16. November 2008 @ 20:14
  19. Tja, Politiker zu sein heißt ja nicht automatisch, über Intelligenz zu verfügen.

    Intelligenz zeigt sich darin, dass man sich im Klaren darüber ist, dass jegliches eigene Handeln auch Folgen hat und welche das sein könnten. Dies ist die Grundlage dessen, was man “geistige Reife” und “erwachsen” nennt.

    Wir haben in den letzten Wochen und Monaten reichlich Gelegenheit gehabt, festzustellen, dass so etwas bei den Personen, die hohe Positionen innehaben – egal, ob Wirtschaft oder Politik – in vielen Fällen abgängig ist. Herr Heilmann ist nur wieder ein Beispiel unter vielen.

    Kommentar von Marubeni — Sonntag, 16. November 2008 @ 22:15
  20. Das ist erst einmal eine gute Nachricht und Mark, du verdienst Dank für dein Engagement.

    Aber: Wie der Geschäftsführer von Wimedia Deutschland sagt (http://blog.wikimedia.de/2008/11/16/heilmann-will-den-verein-nicht-weiter-verfolgen/), ist “in Heilmanns Worten kein wirkliches Bedauern für sein offensichtlich unverhältnismäßiges Vorgehen zu finden” und das Angebot an “Wikimedia e.V.” verrät, dass Heilmann immer noch nicht begriffen hat, dass das der falsche Adressat für diese Beschwerden ist – verantwortlich ist nicht dieser Verein, sondern die Wikipedianer-Community und die Wikimedia Foundation in den USA.

    Und zum Verzicht auf juristische Schritte ist es nun mal zu spät: Das Gericht (Heilmanns eigener früherer Arbeitgeber übrigens) ist bereits eingeschaltet, die Verfügung ergangen und die Anwälte tätig geworden.

    Und laut Heise News hat Hendrik Thalheim, Pressesprecher der Linksfraktion im Bundestag, das Vorgehen von Heilmann noch ausdrücklich gerechtfertigt. Viele, die sich in den Diskussionen der vergangenen Jahre über Überwachung, Zensur und Repression im Internet engagiert und die Linke dabei als Verbündete wahrgenommen haben, werden jetzt einen anderen Blick auf die Partei bekommen haben.

    Kommentar von ondatein — Sonntag, 16. November 2008 @ 23:55
  21. Immerhin: Petra Pau sagt einsichtige Dinge über Wikipedia (zu den aufrechterhaltenen Strafanzeigen gegen einen Wikipedianer und zwei weitere Netzbürger sagt sie allerdings nichts): http://www.linksfraktion.de/interview_der_woche.php?artikel=1528256275

    Kommentar von ondatein — Montag, 17. November 2008 @ 00:00
  22. [...] Und er rudert zurück Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten. Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. (Quelle: Erklärung von Lutz Heilmann) (via Mark Seibert) [...]

  23. Ich möchte hier doch mal auf einen anderen Standpunkt hinweisen: Wikipedia wird von Hunderttausenden von Schülern täglich genutzt.Wenn die da jetzt lesen: “Lutz Heilmann klagt.Wikipedia ist gesperrt.Ahh von den Linken.”, gibt das kein besonders gutes Parteiprofil wieder. Also da auch gerade viele junge, unentschlossene Wähler angesprochen werden sollen, ist das eine absolute Katastrophe.

    Kommentar von Student — Montag, 17. November 2008 @ 10:59
  24. Herr Heilmann ist hier in meinen Augen mit den Kollegen der bayrischen CSU gleichzusetzen, die auch null Ahnung von neuen Medien etc haben und ständig ein Verbot von sog. “Killerspielen” fordern.

    Diese Leute haben weder Ahnung wovon sie reden, noch welche Konsequenzen solche Geschichten haben werden.

    Als Student bin ich auf Wikipedia angewiesen und nun extrem enttäuscht von der LINKEN, die so einen Mann auch noch in Schutz nehmen! Er gehört mit so einer “krassen Entgleisung” von der Partei ausgeschlossen, BASTA!!!

    Es zeigt sich leider, dass auch die Führung der LINKEN sich nicht bewusst ist, was dieser Mann angerichtet hat. Zumindest mich seid ihr als Wähler los.

    Übrigens, Wikipedia ist immernoch down. DIE LINKE ist zwar stets immer gegen Kriege gewesen, einen Papierkrieg gegen Wikipedia nimmt man aber von der Parteispitze einfach hin, ohne den schuldigen dafür zu bestrafen…

    Ganz traurig…

    Kommentar von Studi — Montag, 17. November 2008 @ 14:09
  25. Hallo und gleich mal ‘tschuldigung, Studi,

    Ich bin zwar selbst auch kein Fan dieser Aktion, aaaaber eben auch Student. Und da Frage ich mich schon, warum du von Wikipedia abhängig bist? Die wenigsten (ich pers. kenne keinen einzigen) Professoren lassen Wikipedia als Quelle zu und zum Nachschlagen hat man, na, genau Bücher, die idR. die Themen wesentlich tiefer und breiter behandeln.

    Das Problem ist nämlich nicht, dass jetzt ein paar Leute für ein paar Stunden kein Wikipedia hatten (was so auch gar nicht stimmt), dass Problem ist die Vorgangsweise und die dahintersteckende Mentalität des dt. Michels. Der werte Herr Heilmann vertraut einfach nicht, auch wenn das von der Linkspartei so immer propagiert wird, darauf, dass es in der Wiki einen demokrat. Korrekturprozess gibt. Und noch unverständlicher ist für mich die Sache, dass sogar Wikiautoren angezeigt wurden, dafür, dass sie aus einer Tageszeitung eine (Falsch-?)meldung übernommen haben, die betroffene Zeitung von Mr.Stasi aber nicht angegriffen wird. Was soll der Bullshit?

    Ich hör’ jetzt auf, sonst schreib ich mich nämlich in Rage. Für uns alle, die wir aus internetpolitischen Gründen die LINKE gewählt haben, gibt es jetzt nur noch eine Alternative: Die Piratenpartei! | http://www.piratenpartei.de/

    Kommentar von andre — Montag, 17. November 2008 @ 14:21
  26. Hallo Andre,

    bei uns in der FH wurde mir bisher immer erlaubt, Wiki als Quelle für arbeiten zu nehmen.
    Natürlich ist Wiki nicht meine einzige Quelle, ich werde also “über die Runden kommen” :-)

    Ich habe bisher DIE LINKE gewählt, weil ich mich mit einer Welt nicht anfreunden konnte, die von Lobbys und Kartellen gelenkt wird. Es war sozusagen ein Protest gegen die Schieflage des Systems, die dem endgültigen Kollaps immer näher kommt.

    Trotzdem werde ich das Wählen in der Zukunft sein lassen. Ich bin NICHT wie man jetzt denken mag ein “Pessimist vom Herren”, sondern jemand, der sich immer mehr von seinen gewählen “Repräsanten” im Stich gelassen fühlt.

    Kommentar von Studi — Montag, 17. November 2008 @ 14:51
  27. Na gut. FH ist ja eher sowas wie die Sonderschule der Hochschüler. :P :D ;)

    Kommentar von andre — Montag, 17. November 2008 @ 15:02
  28. Unterdrückung ist das wahre Gesicht der Linken. Jetzt wird wieder mal so getan als ob es ein einzelner Ausrutscher wäre. Was war mit Stalin? Was war mit Ulbricht? Was war mit Honnecker? Immer weiter so in guter Tradition, da nutzt es auch nichts sich im nachhinein zu distanzieren…….

    Kommentar von Peter Schulte — Montag, 17. November 2008 @ 18:34
  29. @Mark Seibert
    Vielen Dank für deine wichtige Arbeit.Halte uns mal auf dem laufenden und du kannst Herrn Heilmann ausrichten das viele Parteifreunde aus NRW echt sauer sind auf ihn- und das nicht nur wegen Wikipedia.Als ehemaliges WASG Mitglied sage ich, bestätigt so eine Person Befürchtungen, , die wir damals (2005) hatten.Es wird nun darauf ankommen wie wir als Linke mit ihm umgehen um den Schaden einigermaßen wett zu machen.Und wir sollten die Öffentlichkeit an diesen Vorgängen teilhaben lassen.

    Kommentar von Bluesman — Montag, 17. November 2008 @ 19:13
  30. Zitat zum Tage und zum Thema, aufgeschnappt auf irgendeinem englischsprachigen -ja, LH ist mittlerweile auch international bekannt- Blog:

    And don’t…NEVER EVER, fuck with the internet and the world wide community and it’s ability to bring power to the people.

    Kommentar von andre — Montag, 17. November 2008 @ 20:49
  31. Hallo Mark (ich bin mal so Internet-persönlich),

    Ich habe ja heute Nacht schon eine Mail geschrieben und mich für deine erfrischend gelassen-kritische Berichterstattung bedankt.

    Nur heute noch eine Anmerkung: ein Server-Umzug ist eben manchmal nur ein Server-Umzug ;) . Problematisch war am Wochenende, daß die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland von FFM nach Berlin umgezogen ist. Darum waren die Verantwortlichen auch schwer erreichbar. Es war der wohl ungünstigste Moment für all das. In den nächsten Tagen sollte alles wieder korrekt funktionieren.

    Grüße

    Marcus

    Kommentar von Marcus Cyron — Montag, 17. November 2008 @ 23:30
  32. Ich persönlich finde es ehrlicherweise auch ziemlich seltsam, heise.de als “bürgerliche Medien” zu bezeichnen. Wenn das bürgerlich ist – ja, dann bin ich bürgerlich. Ihr seid anscheinend etwas anderes. Ich werde es mir merken.

    Kommentar von deepwatch — Dienstag, 18. November 2008 @ 00:45
  33. Oh je, seid doch nicht so spaßbefreit!

    Kommentar von Mark Seibert — Dienstag, 18. November 2008 @ 10:02
  34. Hallo Andre,

    Als jemand, der auf der Sonderschule startete, und schließlich ein FH-Diplom in den Händen hielt, fühle ich mich persönlich angepisst von deinem Komentar.

    Deiner Meinung nach, hätte ich mir die Anstrengung sparen, und gleich Hartz-IV beantragen können?

    Elitärer Trottel! :) ;)

    Kommentar von fh student — Dienstag, 18. November 2008 @ 11:06
  35. “Deiner Meinung nach, hätte ich mir die Anstrengung sparen, und gleich Hartz-IV beantragen können?”

    Ja. :D ;) (OT Mark: Oh je, seid doch nicht so spaßbefreit! ;) )

    @Mark
    Danke übrigens für deine Bemühungen. Du scheinst einer der wenigen aus deiner Partei zu sein, die zumindest irgendeinen Kommentar nach außen hin abgeben. Daran sollten sich die werten Genossen ein Scheibchen abschneiden.

    Kommentar von andre — Dienstag, 18. November 2008 @ 13:18
  36. @andre
    vielen dank für das lob. eine menge andere gibt es da aber schon noch. petra pau und bodo ramelow beispielsweise haben sich auch ganz sinnig geäußert. ich hoffe ja, dass die anderen abgeordneten (oder wenigstens deren mitarbeiter/innen) aus der sache gelernt haben.

    @Peter Schulte
    Ich verstehe ja, dass so eine Sache einladend ist, irgendwelche antikommunistischen Reflexe wieder aus der Schblade zu holen und mal wieder auf den Tisch zu hauen. Ich kritisiere stets stalinistische Tendenzen und habe auch keinerlei positiven Bezug zur DDR usw. Gerade deshab würde mich mal interessieren, wo genau Du die Parallele zwischen Lutz Heilmann und Stalin siehst ohne Dich der Gefahr auszusetzen, Stalin zu verniedlichen.

    Kommentar von Mark Seibert — Dienstag, 18. November 2008 @ 22:51
  37. Entschuldigt, ich muss hier mal nacheinander auf ein paar sachen antworten. Leider bin ich seit gestern wegen einer Kiefer-OP etwas beeinträchtgt und daher nicht so schnell wie sonst.

    @ondatein
    es ist schwierig, zu den anzeigen was zu sagen, weil außer lutz heilmann niemand weiß, wer warum (und ob überhaupt) angezeigt ist. das muss – glaube ich – auf einer anderen bühne geklärt weren.
    ich persönlich bin aber der auffassung, dass strafanzeigen immer etwas schwierig als mittel sind und dass sie nur in extremen fällen zum einsatz kommen sollten. aufgrund der geschichte habe ich aber so meine zweifel, was das angeht (aber das ist nicht substanziell)

    Kommentar von Mark Seibert — Dienstag, 18. November 2008 @ 22:59
  38. nochmal @ondatein:
    das mit dem bedauern ist auch so eine sache. ich bin mir ja nicht mal sicher, dass lutz heilmann inwischen richtig und volständig nachvollziehen kann, was an diesem wochenende passiert ist. nach den telefonaten, die ich mit ihm hatte, habe ich da meine zweifel. ich setze mich aber dafür ein, dass eine unmissverständliche entschuldigung kommt. darf auch gern ein paar tage dauern, wenn es dafür ehrlich ist.

    Kommentar von Mark Seibert — Dienstag, 18. November 2008 @ 23:02
  39. [...] Mark Seibert grübelt in seinem Blog über Schlussfolgerungen aus der Sache: Man muss es irgendwie schaffen, Mandatsträgern [...]

  40. @Mark Seibert

    Ich habe mit den Bezügen zu Stalin, Ulbricht und Co nur ausdrücken wollen das es bis dato noch keinen “Linken” Staat gegeben hat der nicht Personen und Informationen unterdrückt hat. Bis heute ging bei den Linken jedesmal Ideologie vor der Freiheit der Information und Person.

    Damit wir uns nicht falsch verstehen….., ich bin auch absolut kein Freund des “Schäubleschen” Überwachungsbestrebens.

    Das Du dir wirklich alle Mühe gibst sehe ich auch und erkenne es an. Die Webseite ist Informativ, gut gemacht und die Informationen sind wirklich lesenswert!

    Peter Schulte

    Kommentar von Peter Schulte — Mittwoch, 19. November 2008 @ 18:21
  41. Ich denke die wikipedia ist für viele Menschen ein viel zu komplexes Gebilde, mit dem sie sich nicht beschäftigen wollen bzw. es nur (aus)nutzen. Doch wenn man persönlich Probleme mit diesem Gebilde hat, dann muss man einfach ein wenig Fingerspitzengefühl entwickeln und nicht einfach mit der Axt durch den Nebel rennen.

    Kommentar von Christian — Mittwoch, 19. November 2008 @ 21:42
  42. Planwirtschaft geht qua Existenz einher mit ausufernder Bürokratie- in allen Lebensbereichen! Wenn der Staat meint, er müsse allokieren, kann das nur in die Hose gehen.

    Kommentar von andre — Donnerstag, 20. November 2008 @ 10:12
  43. Nachtrag:Inzwischen gibt es unzählige Berichte im Ausland zu dem Thema.
    Hier mal ein Beispiel wie man in den U.S.A den Fall betrachtet:
    http://www.techcrunch.com/2008/11/16/german-politician-blocks-local-wikipedia/#comments

    Kommentar von Bluesman — Donnerstag, 20. November 2008 @ 18:09
  44. Die Aussage, dass die Wikipedia als Bestandteil des “Partizipative Internet” ein Gegengewicht zur
    bürgerlichen Presse ist leider ein grotesker Irrtum. Von ihrer Struktur her kann sie nichts anderes sein, als eine Wiederspiegelung der dominanten Ideologien der Gesellschaft. In letzter Zeit sind meiner Meinung nach in der Wikipedia die rechten und neoliberalen Positionen sogar noch stärker vertreten, als in der Gesellschaft. Man lese nur mal die Artikel “Polenfeldzug”, “Verbrechen der Roten Armee” und “Mumia Abu-Jamal” um zu sehen, was für ein reaktionärer und revisionistischer Müll in diesem “Lexikon” verbreitet wird.

    Es ist auch bezeichnend, dass Diffamierungen im Fall Seigenthaler zu einem massiven Wikipediabashing führten, aber im vergleichbaren Fall Heilmann sich alles auf den “Stasi”-Politiker stürzt.

    Kommentar von anonym — Samstag, 22. November 2008 @ 20:51
  45. Tja, anonym, dass etwas nicht partizipativ sein kann und per se reaktionär sein muss, wenn es nicht der Meinung der Linken (oder Rechen) entspricht haben wir, Lutzi sei dank, schon mitbekommen. Danke aber nochmal dafür, dass du uns deine ideologie Borniertheit so schön gezeigt hast.

    Kommentar von andre — Sonntag, 23. November 2008 @ 19:39

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