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Wie peinlich: Lutz Heilmann (MdB) im Kreuzzug gegen Wikipedia

Ich muss mich schon wieder schämen für eine tumbe Aktion eines Genossen, nämlich des Bundestagsabgeordneten Lutz Heilmann, gegen Wikipedia. Heilmann hat eine einstweilige Verfügung gegen den Förderverein, der wikipedia.de (nicht aber de.wikipedia.org) betreibt, erwirkt. Im Ergebnis musste die Seite einstweilen vom Netz gehen. Derzeit ist auf wikipedia.de nur eine Erklärung zu sehen:

Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, “die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten”, solange “unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org” bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.

Vor gut einem Jahr versuchte sich eine Genossin bereits an einer Klage gegen Wikipedia. Katina Schubert vertrat damals die Auffassung, dass Wikipedia verfassungsfeindliche Symbole verwenden würde. Seinerzeit konnte auch mit meiner bescheidenen Mithilfe, aber vor allem weil Katina Schubert ein Einsehen hatte und den Arsch in der Hose, einen Fehler zuzugeben,  die Sache wieder in Ordnung gebracht werden. Mal schauen, ob das mit Lutz Heilmann auch klappt.

Was mich aber wirklich ärgert, ist die Denke, die hinter dem Vorgehen Heilmanns steckt. Das Anliegen von Katina mag damals noch ehrenhaft gewesen sein, weil es das Ziel verfolgte, etwas gegen Nazipropaganda zu unternehmen. Lutz Heilmann hingegen versucht, Inhalte, die seiner Auffassung nach nicht in Ordnung sind, aus dem Netz zu tilgen. Vorwürfe der Zensur liegen dann natürlich auf der Hand.

Eine solche Klage gegen wikipedia.de ist überdies auch nicht sonderlich intelligent. Inhalte lassen sich nicht einfach aus dem Netz wegverbieten. Darüber hinaus hat Heilmann sich natürlich selbst ein Loch ins Knie gebohrt, weil jetzt erst Recht viele Menschen auf den Inhalt aufmerksam werden, den sie sonst nie zur Kenntnis genommen hätten.

Das alles ist sehr ärgerlich. Einzelne Politiker meiner Partei lassen offenbar jede Fähigkeit und jeden Willen zu einer demokratischen Auseinandersetzung mit Kritik, mit Vorwürfen oder mit gegenläufigen Positionen vermuten. Solche Reaktionen, wie die Heilmanns, kann ich mir nicht anders erklären, dass man sich selbst ideologisch eingemauert hat und nun überall Feinde sieht, gegen die man in den Krieg ziehen muss. Und im Krieg sind ja schließlich alle Mittel erlaubt.

Ebenso ärgerlich ist die Weigerung oder die Unfähigkeit einiger, sich damit auseinanderzusetzen, wie freies Wissen, wie partizipatives Internet oder dergleichen funktionieren. Zwar wird einerseits die Allmacht der bürgerlichen Medien in Sonntagsreden angeprangert. Die Alternative gerät aber dann in Misskredit, wenn es nicht in den eigenen Kram passt. Und statt sich auf einer angemessenen Ebene der Debatte zu stellen, obsiegt die Diskursfaulheit und bürgerliche Gerichte werden mitsamt dem ansonsten verteufelten Repressionsapparat in die Spur geschickt.

Eben gerade kriege ich so ein ganz mieses Gefühl, dass während der vielen Wahlkämpfe des kommenden Jahres sich solche Aktionen wiederholen könnten. Mal schauen, ob es möglich ist, die Kandidatinnen und Kandidaten entsprechend zu schulen oder ob die Beratungsresistenz vorherrschen wird.

medien ,

  1. 16. November 2008, 23:37 | #1

    Jedenfalls sind so ein paar Euro an Einnahmen für Wikipedia zusammengekommen und der Politiker hat wenn auch nicht beabsichtigt das gemacht was im Parteiprogramm steht.
    “Wir setzen … auf … Förderung und Aufbau eines eigenständigen, unabhängigen,Mediensektors, in dem Wissen und Informationen als öffentliche Güter…“ behandelt werden so hat der P Gau noch etwas gutes gebracht

  2. moin moin
    17. November 2008, 01:40 | #2

    Und ich habe auch noch DIE LINKE in S.-H. gewählt!! Tut mir Leid liebe Wikipedia user!
    Nie wieder werde ich diese Partei wählen!

  3. muth-ah
    17. November 2008, 08:08 | #4

    Hallo, was erwartet Ihr denn von einem gelernten Juristen? Dass er die Judikative in Frage stellt, mit der er sich viele Jahre lang wissenschaftlich beschäftigt hat?
    Und noch eine Grundsatzfrage: Wird die demokratische Gewaltenteilung in Deutschland von den Kritikern dieses Vorgehens in Frage gestellt? Soll die Judikative demontiert werden? Oder doch nur reformiert???? Bis dann …

  4. werner wolf
    17. November 2008, 10:01 | #5

    Verdammte sche…. ich schreibe gerade eine Klausur und hatte Wikpedia als favorit gespeichert,also mehrere Beiträge und jetzt das !
    So langsam wird mein Hass auf diese Politiker immer grösser,diese aufgeblähten scheiss Ego manen !
    Mein gott dagegen hätte man doch anders vorgehen können.
    Das sind doch völlig unverhältnissmässige Mittel.
    Millionen,die wiki nutzen,bleiben jetzt aussen vor,weil ein völlig unwichtiger Polit-Rambo sich verletzt fühlt,ich fass es nicht.

  5. Heinz-Werner
    17. November 2008, 10:15 | #6

    Lieber Werner,

    Du musst jetzt ganz tapfer sein!

    Bis zu einer Million Geschädigter fehlen noch ca. 999.998. Vermutlich bist du neben Heilmann der einzige, der es nicht gemerkt hat: Wikipedia ging! Immer!

    Ihr hinterlasst mich fassungslos.

  6. bangbang
    17. November 2008, 12:33 | #7

    Wenn eine Zeitung oder ein IT-Blog über mich ein Scheiß schreibt, kann ich dagegen auch gerichtlich vorgehen. Dazu gibt es das Presserecht Wenn Wikipedia ein Scheiß schreibt soll ich da nicht vorgehen können? Hat WIkipedia Sonderrechte? Mehr hat Heilmann nicht gemacht. Und das Gericht gab ihm Recht. Wer Heilmann kritisiert treibt Richterschelte!

    Gerade Linke sollen mal internet was ein Markt hoch sieben ist auch mal kriitischer betrachten.

  7. 17. November 2008, 12:53 | #8

    Es geht darum, dass die Änderungen, die im LH-Artikel vorgenommen wurde, eine Tageszeitung als Quelle haben. Wieso geht Lutzi nicht gegen die Zeitung vor? Wieso, stellt er gegen die Strafantrag, die die Meldung aus der Zeitung in den Artikel bei Wikipedia einbauen? Entscheidet in Zukunft die LINKE was zitierfähig ist? Wird die LINKE _sofort_ Strafantrag gegen Menschen der Netcommunity stellen, wenn sie Meldungen aus Tageszeitungen die nicht der Parteilinie entsprechen, stellen? Soll man sich überhaupt noch trauen, bei der Wikipedia mitzumachen, oder muss man, auch bei eigentlich zitierfähigen Quellen, die Angst haben, von LH oder der LINKEN (oder Schäuble) angezeigt zu werden?

    Ganz ernst: Wieso geht LH nicht gegen die Primärquelle, die Bildzeitung vor? Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Mensch sehr viel Dreck am Stecken hat.

  8. Nelson Muntz
    17. November 2008, 13:12 | #9

    Lassen Sie ihn doch von ihren Schlägertrupps mal “antifaschistisch besuchen”.

  9. K. Negro
    17. November 2008, 15:10 | #10

    Vielen Dank für diesen sehr umsichtig und sensibel geschriebenen Kommentar zu der wirklich nur zu bedauernden Maßnahme von Herrn Heilmann. Es wäre wirklich zu überlegen ob DIE LINKE nicht Maßnahmen ergreifen sollte, in Zukunft zumindest zu verhindern, daß Mitglieder mit Stasi-Vergangenheit (o. ä.) auf Wahllisten erscheinen oder gar öffentliche Ämter bekleiden. Einen generellen Parteiausschluß halte ich aber nicht für sinnvoll, immerhin sind wir alle Menschen und jeder kann aus Fehlern lernen, oder?

  10. 17. November 2008, 17:34 | #11

    …sagt mehr als tausend Worte:
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12791
    (nach unten scrollen, nicht der Dicke, sondern der mit der Brille)

    DER hat Jura studiert…?
    Oder abgebrochen, oder so ähnlich…

    P.S.:
    Beim Thema Funkwellen und Gesundheit hat er übrigens auch nicht mehr Peilung. Aber das hier auszuführen, wäre eine andere Geschichte

  11. 17. November 2008, 17:51 | #12

    Wen es konkret interessiert, was verboten wurde, kann die Einstweilige Verfügung lesen.

    http://www.buskeismus.de/urteile/5O24408_lg_Luebeck_wikipedia.pdf

    Die Differenzen mit Wikipedia wären bestimmt außergerichtlich lösbar.

  12. Werner
    17. November 2008, 23:25 | #13

    Also, es geht doch nicht um Herrn Heilmann und auch nicht um die Linken, es geht doch darum, ob die Welt einen Misthaufen braucht, auf dem jeder Schwachkopf irgendwas abladen kann.
    Man braucht doch nur mal bei einem Thema, bei dem man sich selbst auskennt beobachten, wie sich in dieser Online-Enzyklopädie
    sog. “Autoren” täglich oder stündlich gegenseitig ihre Einträge ändern oder löschen. Und meist sind dies Leute, die von dem betreffenden Thema sowieso keine Ahnung haben, sondern offenbar mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen als dort auf die Einhaltung von Regeln zu achten. Vermutlich beziehen sie ihr Selbstwertgefühl aus dem Glauben, an “etwas Großartigem” mitzuwirken.
    Und meist geht es dabei nicht mal um Inhalte sondern nur um Formulierungen. Ist ja auch logisch: auch wenn sich mehrere Menschen über einen Sachverhalt einig sind, werden sie ihn mit unterschiedlichen Worten darstellen. Über diese Worte dann endlos zu streiten verbessert doch den Informationsgehalt in keiner Weise. Ja, groteskerweise bleibt dann meist bei diesem Streit um Formulierungen gerade der Informationsgehalt auf der Strecke.

    Nun, vielleicht braucht die Welt aus hygienischen Gründen einen Misthaufen, auf dem jeder seine Ergüsse abladen kann. Aber muss man die deshalb zur “Wahrheit” erklären ?
    Kein vernünftiger Mensch, der an einer seriösen Recherche interessiert ist, wird das Ernst nehmen, was diese selbsternannten Autoren dort von sich geben.

    Ich finde es richtig gut, dass mal einer versucht, dagegen anzukämpfen, dass Gerüchte dadurch zu Wahrheiten werden, dass sie einer dort reinschreibt.
    Andererseits verstehe ich seine Aufregung nun auch wieder nicht, letztlich ist es doch egal, was auf diesem Misthaufen über einen verbreitet wird, vernünftige Menschen glauben das sowieso nicht.

  13. Fritz Augustin
    17. November 2008, 23:31 | #14

    Dass Herr Heilmann der LINKEN mit seinem Aktionismus geschadet hat, scheint offensichtlich. Dass wiederum die LINKE nicht so ohne weiteres jemanden aus der Partei ausschließt, spricht für sie. Dass aber jemand mit so wenig Verstand überhaupt in die Partei eintreten kann, ohne von dieser als solcher erkannt zu werden, wirft kein gutes licht auf selbige.

    Unklar ist mir noch, wie die Lübecker Richter so etwas mitmachen konnten. Sind das ehemalige Spezi’s? Dann waren sie nicht klüger als Herr Heilmann selbst. Oder wollten sie den Herrn gar bewusst ins Messer laufen lassen? Mir kommt das spanisch vor.
    Bedenklich allemal, dass so eine Zensur überhaupt möglich ist.

  14. 17. November 2008, 23:35 | #15

    Howdy Werner,

    a) Ist deiner mMn ein partizipatives Projekt, das sich dadurch auszeichnet, dass grober Unfug aufgrund demokrat. Strukturen entfernt wird? Falls nein, sollten wir in Zukunft nur mehr die “Eliten”, die im Besitz allen Wissens sind, zur Wikipedia zulassen? Ein Zentralbüro der Wikipedia sozusagen?

    b) Ist es deiner Meinung nach gerechtfertigt, dass dieser Mann zwar jur. gegen die dt. Wikimedia und Autoren der Wikipedia vorgeht (wenn er könnte, hätte er wahrsch. die gesamte Wikipedia sperren lassen), gegen die Primärquelle, eine Zeitung aber nicht?

    c) Bist du Mitglied/Sympatisant der LINKE?

    beste Grüße,
    andre

  15. Fritz Augustin
    17. November 2008, 23:43 | #16

    Wikipedia ist eine Sammlung freien Wissens und manchmal – zugegeben – auch Unwissens. Meistens regelt sich dies jedoch zum Brauchbaren durch die vielen Teilnehmer. Der mündige Nutzer muss sich natürlich sein eigenes Bild über den Wahrheitsgehalt machen u. ggf. weiter recherchieren. Das sollte mit jeder Information geschehen, selbst der von Brockhaus oder vergleichbaren Quellen.
    Wenn Sie Wikipedia als einen “Misthaufen” sehen, haben Sie aber weder die Bedeutung einer solchen Plattform erkannt noch jemals einen der tausenden gut verfassten Artikel gelesen.

  16. Fritz Augustin
    17. November 2008, 23:48 | #17

    @Werner
    Der vorstehende Kommentar war für Werner bestimmt.

  17. Werner
    17. November 2008, 23:54 | #18

    Hallo Andre,
    c) Nein, weder noch. Ich finde es sogar schade, dass er von den Linken ist, denn wie man an allen Foren jetzt sieht, ist das ein gutes Argument, sich nicht mit der Frage zu beschäftigen, die mich beschäftigt.

    b) Ja, ok., das sollte er vielleicht machen. Andererseits ist es ihm überlassen, ob er sich die primäre Quelle oder die mit der vermutlich größten Reichweite aussucht.

    a) Eben genau das sehe ich nicht, dass “grober Unfug aufgrund demokratischer Strukturen entfernt” wird. Zunächstmal kommt großer Unfug hinein und das ist kein Wunder: Unwissen ist weiter verbreitet als Wissen.
    Was heißt “Eliten” ? Ich möchte etwas von jemanden wissen, der sich auskennt. Wenn Du das Elite nennst, dann ja.
    Selbstverständlich möchte ich nicht nur eine Quelle sondern mehrere.
    Also: anstatt EINEN Artikel zu einem Stichwort, der sich täglich ändert, weil die ganze Menschheit daran rumfummeln kann, hätte ich z.B. lieber MEHRERE Artikel von unterschiedlichen Fachleuten.
    Wenn Du so willst, ich brauch keine neue Enzykoplädie sondern eine Quelle, wo ich die Einträge zu einem Stichwort aus verschiedenen Enzykoplädien an einer Stelle finde.
    Gruß Werner

  18. Werner
    18. November 2008, 00:05 | #19

    Hallo Fritz Augustin,
    danke für den sachlichen Kommentar.
    1. Zugegeben “Misthaufen” war provokativ.
    2. Ich bin auch davon überzeugt, dass es “tausende” gute Artikel gibt.
    3. ABER: wie soll man den Haufen nennen, wenn “tausende” gute Artikel unter Millionen anderer verschüttet sind ?
    4. “Weiter recherchieren”. Wikip. ist also eine weitere Quelle unter vielen. Ok. Dann stellt sich die Frage, brauche ich eine weitere Quelle oder reichen mir die vorhandenen.
    5. Wie schon in der Antwort an Andre gesagt: ich brächte keine weitere. Was ich bräuchte wäre EINE STELLE, an der ich ALLE QUELLEN zusammen finde.

  19. Fritz Augustin
    18. November 2008, 01:34 | #20

    @Werner
    Tja, Werner, das einzig Wahre und die einzige Wahrheit wird es unter Menschen nicht an einer einzigen Stelle geben. Gerade deswegen ist eine Einrichtung wie Wikipedia so wichtig! Ich will Sie nicht provozieren, aber wie schon erwähnt, scheinen Sie die Bedeutung einer solchen Plattform für ein demokratisches Weltverständnis nicht zu erkennen.

  20. Werner
    18. November 2008, 02:26 | #21

    @Fritz Augustin,

    Zitat: “die einzige Wahrheit wird es unter Menschen nicht an einer einzigen Stelle geben.”

    Richtig, und genau das ist ja meine Kritik:
    dass diese Plattform, bzw. ihre Fürsprecher GENAU DIESEN ANSPRUCH ERHEBEN, nämlich, dass sie die einzig wahre Quelle sei, eben weil ihr ein “demokratisches Weltverständnis” zugrunde liege.

    Ja, sie haben Recht: “die Bedeutung einer solchen Plattform für ein demokratisches Weltverständnis” vermag ich wirklich nicht zu erkennen.

    Weil ich nicht erkenne, was “Wahrheit” (oder überhaupt “Wissen”) mit “Demokratie” zu tun haben soll !
    Ich bin durchaus dafür, dass die Regeln unseres Zusammenlebens mehrheitlich, d.h. demokratisch beschlossen werden.
    ABER:
    Über Wahrheiten kann man nicht mehrheitlich abstimmen.
    Was käme wohl heraus, wenn man die gesamt Menschheit demokratisch darüber abstimmen ließe, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe sei ?
    Müssten da nicht die meisten für Scheibe stimmen, weil sie es aus eigener Anschauung gar nicht anders kennen ????

    Vieles, was wir als “Tatsachen” oder “Wahrheiten” ansehen, ist doch in Wirklichkeit “Glauben”.
    D.h. doch: WEM glaube ich.
    D.h.: glaube ich dieser Plattform mehr als anderen Quellen, weil sie “demokratisch” ist ?
    Für mich heißt die Antwort: Nein, weil meine Lebenserfahrung sagt, dass Nichtwissen und vor allem Halbwissen weiter verbreitet ist als Wissen. Also wird eine Beschreibung nicht dadurch umso “glaubwürdiger”, je mehr Autoren sich daran beteiligen.

    Was heißt “demokratisches Weltverständnis” im Zusammenhang mit einer Enzyklopädie ?
    Meinungsvielfalt ja, aber Demokratie ?
    Deshalb nochmal:
    lieber 5 oder 10 (einmal verfaßte und dann nicht mehr veränderte) Artikel zum gleichen Stichwort von 5 oder 10 verschiedenen Fachleuten speichern, als
    einen einzigen Artikel, der sich “demokratisch” jeden Tag ändert, wobei man nicht mal davon ausgehen kann, dass er mit jeder Änderung “besser” (“richtiger”) wird.
    Und das schon gar nicht, wenn es darum geht, ob nun ein bestimmter Satz oder ein bestimmtes Bild in einen Artikel rein gehört oder nicht. Bei dem überwiegenden Teil dieser ständigen Änderungen geht es nicht wirklich um die substanzielle Aussage eines Artikels und deshalb finde ich diese permanenten Änderungen nur ärgerlich.

    Also: von mir aus könnte man ja “demokratisch” darüber abstimmen, welche 5 von vielleicht 20 eingereichten Artikeln zu einem Stichwort dauerhaft gespeichert werden. Und dann wird daran aber auch nichts mehr geändert. Und wenn dann mal einer meint, es gäbe neue Aussagen zu einem Stichwort, dann muss er sich halt darum bewerben, dass sein neuer Artikel aufgenommen wird. Das ungefähr wäre mein “demokratisches Weltverständnis”.

    Danke.

  21. Fritz Augustin
    18. November 2008, 14:02 | #22

    @Hallo Werner

    Respekt! Ihre Ausführungen geben nun ein für mich klarer erkennbares Bild. Ich stimme Ihnen auch in vielen Punkten zu. Nur:
    Alle niedergeschriebenen (Er)kenntnisse sind von Menschen gemacht und somit subjektiv, allein schon durch Weglassen bestimmter Information. Deswegen bin ich ja der Meinung, dass es nicht n u r e i n e Informationsquelle geben darf.

    Insbesondere Ihr letzter Abschnitt ist verständlich:

    “Also: von mir aus könnte man ja “demokratisch” darüber abstimmen, welche 5 von vielleicht 20 eingereichten Artikeln zu einem Stichwort dauerhaft gespeichert werden. Und dann wird daran aber auch nichts mehr geändert. Und wenn dann mal einer meint, es gäbe neue Aussagen zu einem Stichwort, dann muss er sich halt darum bewerben, dass sein neuer Artikel aufgenommen wird. Das ungefähr wäre mein “demokratisches Weltverständnis”.”

    Bei gut “gereiften” Artikeln ist dies trotz der leichten Änderbarkeit durch “Jedermann” aber auch weitgehend so, denn die eigentlichen Verfasser “bewachen” ihren Artikel entsprechend. Ich meine, Ihr Anliegen in gewisser Weise zu verstehen – So etwas wird bei Wiki auch debattiert. Problem dieser von Ihnen vorgeschlagenen Einschränkung ist aber: w e r ist es, der bestimmt, ob eine Änderung zulässig ist oder nicht?!! Bei Wiki sind das immer a l l e Nutzer. Das bringt evtl. öfter ein “Hin und Her”, ist aber eben demokratisch(er)! Denn wie gesagt: Es gibt nicht d i e alleinig einzig wahre Wahrheit; auch nicht in einer Enzyclopädie.

    Nun debattieren wir aber über Sinn oder Unsinn einer Einrichtung wie Wikipedia. Dabei geht es hier um einen Herrn, der den Zugang zu dieser Einrichtung teilweise lahmlegen bzw. zumindest erschweren konnte. Und hier liegt die Frage von Demokratie oder nicht (Zensur)!

    Freundlich – Fritz

  22. det
    18. November 2008, 19:31 | #23

    Es is fast zum totlachen, was hier so für Meinungen zur Meinungsfreiheit feilgeboten werden. Lutzi hat es wirklich geschafft in z.Zt. 12 Sprachen seine Biographie incl. des völlig idiotischen Angriffs auf Wikipedia zu verbreiten. Die besten Versionen zu diesem Typen sind in englisch, holländisch und dänisch nachzulesen. Herzlichen Glückwunsch Herr Heilmann, Sie haben sicher erreicht in China ohne Visum einzureisen, denn solche Leute werden da gebraucht.

  23. Werner
    18. November 2008, 21:30 | #24

    @Hallo Fritz (Augustin)
    je länger ich mit Ihnen diskutiere, desto klarer wird mir, was mich wirklich an Wiki stört – und Sie liefern die Argumente …. :-)

    Zunächst haben Sie völlig recht: es geht hier ja eigentlich um den Herrn, der den Zugang zu Wiki lahmlegen wollte und teilweise konnte. Da wir beide uns bisher recht fruchtbar austauschen konnten (wie ich meine), möchte ich ihnen auch hierzu meine Meinung nicht verschweigen.

    1. Das Lahmlegen einer ganzen Plattform wegen eines einzigen beanstandeten Artikels ist m.E. grundsätzlich nicht verhältnismäßig und deshalb auch nicht akzeptabel. Wenn es schon keine andere Möglichkeit gegeben hätte als über das Gericht, dann hätte sich dieser Schritt ja zumindest nur auf das “Lahmlegen” des beanstandeten Artikels selbst richten müssen.

    2. Ich habe das in meiner Wahrnehmung allerdings nie direkt dem Herrn L.H. angelastet. Ich hatte das Gefühl, der wollte sich wehren und hat eben keine andere Möglichkeit gesehen und niemand, auch nicht das Gericht, hat ihm eine andere aufgezeigt.

    3. Egal, was nun aber dabei herausgekommen ist und was die Motivation im Einzelnen war, frage ich mich allerdings: darf man ihm diesen Schritt wirklich vorwerfen ? Eigentlich hat in unserem Staat doch jeder das Recht, ein Gericht anzurufen, wenn er sich “ungerecht” behandelt fühlt. Selbst wenn ihm der Richter nicht gefolgt wäre, wäre die Anrufung eines Gerichtes eigentlich sein gutes Recht gewesen.
    Nun hat ihm der Richter aber sogar “Recht” gegeben. Was ist, so frage ich, in einem Rechtsstaat daran noch zu kritisieren ?

    4. Und das führt mich nun eben doch wieder unmittelbar zu der von mir aufgeworfenen Grundsatzfrage der “Wahrheitsverbreitung in Wikipedia”.

    Lassen wir mal die Vorstellung beiseite, Herr L. wolle wirklich etwas vor der Öffentlichkeit verschweigen, was ja eine Unterstellung wäre.
    Also:
    Er sagt sich, über sich und sein Leben weiß er besser Bescheid als alle anderen. Und aus dieser Sicht empfindet er das, was er in Wiki darüber liest sagen wir mal “als nicht der Wahrheit entsprechend” (nicht “seiner Wahrheit” entsprechend).
    Nun frage ich mich und alle seine Kritiker: welche Möglichkeiten hätte er denn nun wahrnehmen können oder sollen ?

    Ok., er hätte natürlich, wie jeder Mensch auf der Welt, das, was er in Wiki als unrichtig empfindet, selbst ändern können. Natürlich wären keine 5 Min. später seine Änderung wieder zurückgesetzt gewesen, usw. usw.

    Damit bin ich wieder am Kernpunkt meiner Wiki-Kritik, die mir durch diese Diskussion mit Ihnen eigentlich so richtig klar geworden ist.

    1. Sie haben es mehrfach betont und wir sind und völlig einig: es gibt nicht “die eine” Wahrheit.

    2. Genau da setzt ja das, was Sie “demokratisches Weltverständis” und ich “Meinungsvielfalt” nenne in Wiki an. Keiner hat die Chance, allein “seine Wahrheit” zu verbreiten.

    Bis dahin bin ich völlig dabei.
    Nun aber macht Wiki etwas, was m.E. dieser Grunderkenntnis geradezu widerspricht:
    Eine Plattform, die aus dem Wunsch entstand, die vorhandene Meinungsvielfalt zu erhalten, zwingt sich am Ende selbst dazu, zu jedem Stichwort eine einzige Wahrheit zu verbreiten !!!
    Die Meinungsvielfalt besteht dann nur noch darin, dass sich die Aussagen zu ein und demselben Stichwort von Tag zu Tag anders lesen.

    Ich ertappe mich doch immer wieder dabei, dass ich in Wiki ganz schnell bei der Versions-Historie bin. D.h., ich suche “instinktiv” nach mehreren Meinungen. Leider geht es dann bei hundert Versionsunterschieden mehr als 90 mal um einzelne Wörter, die inhaltlich nicht wirklich eine andere Aussage bringen und deshalb für mich als User uninteressant sind.

    Nochmal meine Frage – und nun zum Abschluß und ohne damit ein neues Wiki erfinden zu wollen:
    Wenn ich weiß, dass es nicht nur eine sondern mehrere Wahrheiten geben kann und gibt und wenn ich gerade deshalb eine Plattform für alle öffne, so dass alle Wahrheiten einfließen können, warum verbreite ich dann zu einem Zeitpunkt X doch immer nur eine Wahrheit, nämlich die Wahrheit dessen, der gerade zuletzt eine Änderung gemacht hat ???

    Als User fände ich es entscheidend besser, die auf der Plattform eingesammelten Wahrheiten zu jeder Zeit sozusagen “nebeneinander” zu sehen.

    Sie fragen “WER soll dann über die Änderungen entscheiden”. Antwort: Es soll gar keine Änderungen geben.
    Ich halte grundsätzlich nichts davon, Texte in ihre Einzelteile zu zerpflücken.
    Ich finde, dass der Text, den ein Mensch verfasst hat, nicht dadurch besser wird, dass ein anderer (oder gar viele andere) einzelne Sätze oder gar Wörter darin ändern.
    Nein, wenn eine(r) meint, er oder sie könne es besser oder “richtiger” erklären, dann soll er oder sie eben selbst einen neuen Text verfassen. Und ich als User sehe beide “nebeneinander” und kann dann entscheiden, welchen Text ich besser verstehe, welchem ich mehr vertraue.
    Und wenn es denn notwendig sein sollte, die Anzahl der Texte (Meinungen) zu einem einzigen Thema zu begrenzen, dann könnte ich als User auch demokratisch darüber abstimmen, welchen Text ich in Zukunft wieder lesen möchte und welchen nicht oder nur im “Archiv”.

    Freundlich und nochmals Danke
    Werner

  24. Fritz Augustin
    18. November 2008, 23:08 | #25

    @ Hallo Werner,

    Ihre jüngsten Ausführungen animieren mich, nochmals zu antworten, denn auch ich fand unseren Austausch bislang als fruchtbar. Ich daher nochmal an einem simplen Beispiel versuchen, unsere eigentlich gar nicht so unterschiedlichen Ansichten gegeneinander abzugrenzen:

    Im Ursprung soll Wiki ja eine Enzyclopädie sein, in dem Wissen aus verschiedenen Quellen von vielen verschiedenen Menschen zusammengetragen wird.
    Angenommen, dort wir z.B. kundgetan, dass Goethe am 28.08.1749 geboren wurde, dann ist dies zunächst entweder richtig oder falsch. Insofern müsste es in einer Enzyclopädie auch nur eine, nämlich die korrekte Wahrheit geben. Möglicherweise beziehen sich die Quellen für dieses Datum auf einen Geburtsregistereintrag aus jener Zeit. Und nun kann es sein, dass es jemanden gibt, der eine andere Quelle kennt, die den 26. August als Eintrag hat. Dann wird das eben in Wiki diskutiert und die Glaubwürdigkeit/Zuverlässigkeit der Quellen untersucht und schlussendlich das Ergebnis veröffentlicht, im Zweifel gar beide Daten mit entsprechendem Hinweis auf die unterschiedlichen Quellen.

    Sinn des Ganzen ist nun meineserachtens, jedem, der etwas über die jeweilige Sache weis, zu ermöglichen, seinen Beitrag dazu zu leisten. Das “demokratische” liegt also nicht in einer Vielfalt der Ergebnisse, sondern in der Vielfalt der Quellen.
    Wiki ist ein lebendiges System, viele Artikel sind dort noch im Wachsen und werden daher laufend verändert. Ein Nonsens Hick-Hack jedoch wird i.d.R. unterbunden.

    Im Gegensatz dazu könnte ich mir vorstellen, dass das, was Sie sich wünschen, eher eine Sache für eine Art Meinungsforum wäre, in dem zu einzelnen Stichworten jeder seine Meinung einstellen könnte.

    Bei Wiki geschieht Ähnliches auch hin und wieder, doch wird eben genau dies i.d.R. wieder ausgemerzt. Es geht dort nicht um Meinungen, sondern um belegte/belegbare Tatsachen.

    Vielleicht hat nun Ihnen unsere kleine Diskussion auch etwas geben können. Im Gegensatz zu häufig stattfindenden unsachlichen und gar agressiven Beiträgen hat es mir jedenfalls Freude bereitet.

    Freundlich – Fritz

  25. Jay
    19. November 2008, 00:07 | #26

    Letztes Wochenende – Eine peinliche Vorstellung (Autsch) eines MDBs “der Linken” und den Versuch, Wikipedia zu sperren. Viele Politiker in unserem Lande haben wohl sehr wenig Ahnung wie das Internet (in dem Fall Wikipedia) funktioniert!

    Ich hatte Herrn Heilmann spontan eine Mail geschrieben und für Wikimedia gespendet.
    Herr Heilmann hat sich selbst geschadet und eventuell sogar seiner Partei, die zur Zeit so viel Zulauf und Sympathisanten hat.

    Insofern muss man ja sogar dankbar sein…also weiter so liebe Politiker und denkt daran: Wir sind es, die EUCH wählen (oder auch nicht:-) )

  26. uwe rosenboom
    19. November 2008, 04:51 | #27

    in parteien gibt es wenig freie geister!mittel-bis
    langfristig werden sie ausgeschieden.parteien sind
    mehr macht-und geldorientiert als an der sache.die
    “linke” wurde bereits in das system integriert,das
    eigentlich ersetzt werden muß.
    dieser widerspruch bedeutet persönlich,entweder läßt
    man sich kaufen oder man bleibt seinen einsichten
    treu und leistet seinen beitrag auf andere art.

    grüße uwe rosenboom

  27. 19. November 2008, 16:45 | #28

    Ich kann Werner nur voll und ganz zustimmen. In ihrer Anfangszeit war die Wikipedia ein vielversprechendes Medium, an das große Hoffnungen bezüglich Objektivität etc. geknüpft wurden, die in der Regel auch erfüllt wurden. Mit zunehmender Popularität wurde die Wikipedia dann aber erwartungsgemäß auch zunehmend für Lobbyisten, Interessenvertreter, PR-Experten und Meinungsmacher jeglicher Art interessant. Deshalb finden wir heute Artikel, die wie Flickenteppiche wirken (positive und negative Aussagen zum Gegenstand wechseln einander scheinbar wahllos ab) oder Artikel, die deutlich gefärbt sind (die, bei denen die Verfechter einer anderen Meinung (noch) nicht zugeschlagen haben oder eine der Seiten irgendwann entnervt aufgegeben hat). Für den Nutzer, der ja das Thema nicht beherrscht, sonst würde er nicht nachschlagen, ist solches besonders schwer zu erkennen, wenn es z. B. durch Weglassen von Fakten oder subjektive Gewichtung geschieht. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Wer es sich leisten kann, setzt Profis auf die Wikipedia an, die wissen, wie man die eigenen Interessen am wirkungsvollsten und unauffälligsten zum Tragen bringt. Diese Art von Öffentlichkeitsarbeit ist Bestandteil einschlägiger Ausbildungsgänge.

    Das Gefährliche ist nun, daß die Wikipedia in der Öffentlichkeit vielfach immer noch als Verkünderin der absoluten Wahrheit angesehen wird. In Diskussionen wird sie regelmäßig als “Beweis” für eigene Thesen angeführt. Sie wird eben nicht als eine Informations- und Meinungsquelle unter vielen betrachtet und entsprechend kritisch hinterfragt.

    Die Aussage “Es geht dort nicht um Meinungen, sondern um belegte/belegbare Tatsachen” kann ich, auch auf die Gefahr hin, von Fritz August als unsachlich oder gar aggressiv angesehen zu werden, beim besten Willen nur als naiv bezeichnen.

    Um Rückfragen zuvorzukommen: nein, ich kann keine Beispiele für solche interessengesteuerten Artikel nennen. Jeder, der gelernt hat, Texte kritisch zu lesen, wird selbst Beispiele finden und sich ein eigenes Bild machen können. Ich kann nur jedem empfehlen, die Wikipedia kritisch zu lesen.

  28. 19. November 2008, 20:03 | #29

    Kleiner Nachtrag:

    Da ich mit der Partei “Die Linke” nichts zu tun habe und mir der Name Lutz Heilmann auch nichts gesagt hat, habe ich den Wikipedia-Artikel über ihn erst jetzt gelesen.

    Wer glaubt, mit einem solchen Artikel der Person Lutz Heilmann – oder überhaupt irgendeiner Person – objektiv gerecht geworden zu sein, der kann einem Leid tun. Dieser Artikel ist selbst in seiner jetzigen, offenbar ja wohl bereinigten Version, von Stil, Ausdrucksweise und Inhalt (d. h. der Reduzierung des ganzen Menschen auf seine Stasi-Mitgliedschaft) her ehrabschneidend. Mit einem solchen Artikel disqualifiziert sich die Wikipedia selbst, und die Ausführungen von Fritz Augustin können als widerlegt gelten.

    Die Internet-Kids hier interessieren sich natürlich nur für ihren Wikipedia-Zugang – solange, bis vielleicht auch sie irgendwann einmal im Fadenkreuz von derartigem Bildzeitungs-Journalismus stehen.

    Übertroffen wird der Wikipedia-Artikel nur noch durch die menschenverachtenden Kommentare u. a. in diesem Blog, bei denen mir graut, wenn ich daran denke, daß ihre Verfasser vielleicht auch noch das Wahlrecht haben. Und ich muß gestehen, daß ich auch die Reaktionen von Heilmanns “Parteigenossen” wie Mark Seibert nicht nachvollziehen kann. Ich an Lutz Heilmanns Stelle würde aus dieser Partei austreten.

  29. Fritz Augustin
    19. November 2008, 21:53 | #30

    j

  30. Fritz Augustin
    19. November 2008, 21:56 | #31

    @ Alexa Kaufhof

    Sie haben mich nicht richtig verstanden: “Es geht dort nicht um Meinungen, sondern um belegte/belegbare Tatsachen.” ist das Ziel von Wiki. Dass (insbesondere in Artikeln der geisteswissenschaftlichen Themen) das eben nicht immer so ist, erwähnte ich bereits.
    Die Problematik von Vandalismus und unqualifiziertem Rumgepfusche in etlichen Artikeln bei Wiki ist bekannt und wird dort diskutiert
    (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/ Wikipedia:Meinungsbilder/ Sicherung_der_Artikelqualit%C3%A4t_ durch_Sperrung)
    Ich rechne damit, dass auch geeignete Mittel gefunden werden, das zu verbessern. Wie Sie ja selbst schreiben, war Wiki in den Anfangszeiten “vielversprechend” und “objektiv”. Dass dies gelitten hat ist Zeugnis der teilhabenden Gesellschaft und nicht von Wiki. Lobbyismus und Vandalismus tritt an allen öffentlich zugänglichen Stellen auf. Ich denke, eine Sache wie Wiki sollte dennoch unterstützt und verbessert werden und nicht verteufelt. (Dies gilt ohnehin für alles Unzulängliche in der Welt; – doch das nur nebenbei.)

    Und nun nochmal zu Herrn Heilmann:
    Wer, wie Herr Heilmann im öffentlichen und politischen Leben steht, wird nun mal in einer Einrichtung wie Wiki erwähnt. Ich habe, wie Sie, weder mit dem Artikel noch mit der Links-Partei etwas zu tun und bin auch erst über die Wiki-Sperre darauf aufmerksam geworden.
    Was Sie nun aber an dem (jetzigen) Artikel “ehrabschneidend” finden, müssen Sie mir erklären. Nicht einmal Herr Heilmann selbst hat anscheinend Einwände gegen den jetzigen Inhalt, zumal er ihn ja selbst korrigieren und ergänzen könnte, denn das eben erlaubt Wiki ja! Auch Sie könnten “Stil” und “Ausdrucksweise” ändern, wenn Sie das für besser halten. Doch das ist gerade wiederum das, was @Werner wohl missfällt…

    Und dann noch: Auch wenn in diesem Blog einige, wie Sie es nennen, “menschenverachtende Kommentare” auftauchen zeugt es von Ihrem auch nicht gerade respektvollen Ton gegenüber anderen, wenn Sie schreiben: “Die Internet-Kids hier interessieren sich natürlich nur für ihren Wikipedia-Zugang”.

    Beipflichten kann und will ich Ihnen in Ihrer Aussage: “Ich kann nur jedem empfehlen, die Wikipedia kritisch zu lesen.” Doch gilt das nicht nur für Wikipedia; ein waches Auge ist im Leben immer zu empfehlen!

    Nach wie vor freundlich – Fritz

  31. Fritz Augustin
    19. November 2008, 21:57 | #32

    @ Alexa Kaufhof

    Sie haben mich nicht richtig verstanden: “Es geht dort nicht um Meinungen, sondern um belegte/belegbare Tatsachen.” ist das Ziel von Wiki. Dass (insbesondere in Artikeln der geisteswissenschaftlichen Themen) das eben nicht immer so ist, erwähnte ich bereits.
    Die Problematik von Vandalismus und unqualifiziertem Rumgepfusche in etlichen Artikeln bei Wiki ist bekannt und wird dort diskutiert
    (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Sicherung_der_Artikelqualit%C3%A4t_durch_Sperrung)
    Ich rechne damit, dass auch geeignete Mittel gefunden werden, das zu verbessern. Wie Sie ja selbst schreiben, war Wiki in den Anfangszeiten “vielversprechend” und “objektiv”. Dass dies gelitten hat ist Zeugnis der teilhabenden Gesellschaft und nicht von Wiki. Lobbyismus und Vandalismus tritt an allen öffentlich zugänglichen Stellen auf. Ich denke, eine Sache wie Wiki sollte dennoch unterstützt und verbessert werden und nicht verteufelt. (Dies gilt ohnehin für alles Unzulängliche in der Welt; – doch das nur nebenbei.)

  32. Fritz Augustin
    19. November 2008, 22:46 | #33

    @ Alexa Kaufhof

    Mitmachen, nicht (nur) verteufeln! Oder die Nutzung einfach bleiben lassen!
    Hier einfach ein paar Links zur Sache:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Edit-War
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Sicherung_der_Artikelqualit%C3%A4t_durch_Sperrung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Benutzersperrung/rtc

    Ihre Worte: “Ich kann nur jedem empfehlen, die Wikipedia kritisch zu lesen.”
    Meine Ergänzung: Das gilt nicht nur für Wikipedia; ein waches Auge ist im Leben immer zu empfehlen!

  33. 20. November 2008, 10:10 | #34

    Aufzeigen einer Stasimitgliedschaft ist genauso ehrenabschneidend wie das Aufzeigen einer NSDAP-Mitgliedschaft. Überhaupt nicht.

    Stasi- und Nazibrut. Alles das gleiche.

  34. 20. November 2008, 14:41 | #35

    andre, wenn Sie den Unterschied zwischen der Nazizeit und der DDR nicht kennen, dann sollten Sie DRINGENDST bei Ihrem Geschichtslehrer vorstellig werden und um Nachhilfe bitten.

  35. 20. November 2008, 15:31 | #36

    @alexa
    genau den gedanken hatte ich auch schon und wollte den kommentar von andre eigentlich moderieren. ist jetzt nicht mehr nötig.

  36. 20. November 2008, 16:42 | #37

    Ich rechne sicher nicht gegen und vergleiche NS mit DDR. Beides war unabhängig voneinander Ekelhaft. Und das die Abteilung Personenschutz mehr gemacht hat, als eben Personen zu schützen, sollte ihnen, werte Frau Alexa, ihr Geschichtsbuch erzählen.

    Brut bleibt Brut, egal welcher Coleur.

  37. 20. November 2008, 16:45 | #38

    Das die LINKE bzgl. Stasivergangenheit etwas anders denkt und tickt ist mir aber mittlerweile eh bekannt und deswegen auch keine Alternative mehr sein. Eine Partei wo tatsächlich, auch wenn nur vereinzelt, Stalin-Anhänger und andere Hirnwi***erein vorkommen, sind genauso abscheulich, wie Partein in denen Alt- und Neonazis sitzen.

    Die Ergeignisse der letzten Tage haben mich darin bestätigt, dass ich, obwohl grunds. Sympatisant, andere Alternativen suchen muss.

  38. Fritz Augustin
    21. November 2008, 13:21 | #39

    Warum sind so viele hier so aggressiv? Das ist keine gute Diskussionsbasis. Hier bin ich nicht mehr dabei.

    Dass meine jüngsten Beiträge mehrfach erscheinen liegt an einem EDV-Problem.

Kommentar Seiten
  1. 15. November 2008, 13:50 | #1
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