Betr. Sarrazin-Rücktritt

Der Landesparteitag der LINKEN Berlin naht. Fristgerecht habe ich den folgenden Antrag eingereicht, der den Rücktritt Thilo Sarrazins fordert: Mehr…

Der Landesparteitag der LINKEN Berlin naht. Fristgerecht habe ich den folgenden Antrag eingereicht, der den Rücktritt Thilo Sarrazins fordert: Mehr…
Zum 1. November 2008 wird folgende Stelle beim Parteivorstand der Partei DIE LINKE ausgeschrieben:
Mitarbeiter/in für Veranstaltungsmanagement
Der/die Mitarbeiter/in arbeitet in Vollzeit. Die Einstellung erfolgt beim Parteivorstand der Partei DIE LINKE. Arbeitsort ist Berlin. Die Bezahlung erfolgt nach dem Tarifvertrag für die Beschäftigten der Partei DIE LINKE. Mehr…
Ich verbringe heute das vierte Wochenende in Folge mit der Partei. Eben gerade bin ich in Hannover angekommen, um am Bundesausschuss der Partei teilzunehmen. Thema ist vor allem die Vorbereitung der Europa-Wahlen.
Egal. Vorhin im Zug startete die Bahn wieder ihren Durchsage-Terrorismus. Als der ICE am Hauptbahnhof abfuhr, wurden die Anwesenden nicht nur freundlich begrüßt, sondern auch über die Namen der Zugbegleiter in der ersten Klasse informiert (und das, obwohl ich in der zweiten Klasse saß), außerdem wurden uns gewisse Informationen über verschiedene tolle Serviceleistungen nicht erspart. Und falls man das alles beim ersten Mal nicht verstanden hat, gabs alles nochmal auf Englisch. Gerade als der Zug in Spandau ankam, konnte der Durchsageterrorist seine Durchsage beenden. Um sie nochmals von vorne zu beginnen, als der Zug etwa 30 Sekunden später in Spandau wieder abfuhr.
Kleine Abschweifung Spandau betreffend: Ich finde es skandalös, dass ICEs in Spandau halten. Das ist unnötig. Niemand mag Spandau. Niemand will nach Spandau. Wieso halten dann die Züge in diesem Vorort von Falkensee? Ich kann mir das nur mit einer verkommenen Unsitte erklären, die aus dem alten West-Berliner Mief in die Moderne hinübergerettet wurde. Ende der Abschweifung.
Jedenfalls habe ich den Schaffner, als er zum Durchsieben meiner Fahrkarte kam, gefragt, ob ich mal eine kritische Anmerkung machen dürfe. Er meinte zwar, dass er dafür der falsche Ansprechpartner sei, ich ignorierte das aber und äußerte meinen Missmut über die Dauerdurchsagen.
Womit ich nicht rechnete: Der Schaffner nahm meinen Hinweis zum Anlass, sich ausführlich über seine Arbeitsbedingungen zu beschweren. Dass er gezwungen werde, diese Durchsage zu machen und dass es sinnlos sei, wenn er entsprechend abweichende Kundenwünsche weitergeben würde, da er dann als Querulant angesehen würde und mit Nachteilen rechnen müsse. Und überhaupt, wenn er die Durchsage nicht mache, dann würde die Beschwerde darüber schneller in Berlin bei der Bahn-Zentrale ankommen als er in Hannover, weil in den Zügen Aufpasser mitfahren und alles kontrollieren. Mittlerweile seien mehr Personen mit der Kontrolle des Personals beschäftigt als Kollegen für den Service. Dazu käme, dass die Fahrgäste in der ersten Klasse geradezu mit Service terrorisiert würden, was viele zu einem Umstieg in die zweite Klasse motivieren würde, zumal sogar die Fahrkartenkontrollen unter dem Serviceterrorismus leiden würde. Aber ich könne ja eine Eingabe an die Bahn direkt schreiben. Mit etwas Glück würde das dann als Kundenhinweis verstanden.
Vielleicht mach ich das.
Eben meinte die Morgenmagazinfrau, dass die 300 millionen Euro, die von der kfw an Lehmann überwiesen wurden, futsch seien. Das stimmt natürlich nicht. Denn Lehmann wird das Geld ja wohl nicht geschreddert haben. Das ist wie mit den Bördenverlusten. Da ist das Geld ja auch nicht weg, es hat nur jemand anderes. Jetzt interessiert mich, wer sich über 300 millionen freuen konnte, also Wer die Kohle hat. Das ist doch die eigentlich interessante Frage. Warum stellt die niemand?
Das ist keine Krise. Das ist eine Mode.
Meinte eben ein Freund angesichts des Personalwechsels bei der SPD zu mir, der Mitglied der hessischen SPD ist.
Heute war meine “Identifikationsnummer nach § 139b der Abgabenordnung (AO) im Briefkasten. Also die einheitliche Steuernummer. Ich werde natürlich klagen.
Wenig geschrieben in letzter Zeit. Das kann an den 30-Zentimeter-Papierstapeln liegen, die mittlerweile meine beiden Schreibtische flächendeckend belagern. Trotzdem hatte ich das eigenartige Erlebnis, zu ersten Mal eine Fußbalkolumne schreiben zu müssen. Hier das Ergebnis. Ja. Ich habe keine Ahnung von Fußball.
Vor etwa einem Jahr bangten die Leserinnen und Leser dieser Zeitung noch, ob der traditionsreiche Kreuzberger Fußballverein FSV Hansa 07 in seinem hundertsten Jubiläumsjahr womöglich in die Bedeutungslosigkeit absteigt. Ein Jahr später und zahlreiche Fußballkolumnen später wissen wir: Das Daumendrücken hat sich gelohnt. Am Ende der Saison 2007 / 2008 ist der Verein in die Kreisliga A aufgestiegen. Bei der Siegesfeier wurde gleich ein ganzes Lamm gegrillt.
Das lässt viel Raum für große Hoffnungen. Zumindest, seit ein gewisser Softwareunternehmer die Turn- und Sportgemeinschaft Hoffenheim mit geschätzten hundert Millionen Euro Sponsorengeldern und einer gewissen Portion sportlichen Ehrgeizes, Ausdauer und Phantasie in die erste Bundesliga beförderte. Hoffenheim, der Verein aus dem 3.000-Einwohner-Nest in Baden-Württemberg, dümpelte in den 80er Jahren ebenfalls in der Kreisliga A vor sich hin, schaffte in der Saison 1988 / 89 kurzzeitig den Aufstieg in die Bezirksliga. Eine deutliche Aufwärtsentwicklung stellte sich erst ab der Saison 1992 / 93 ein, als der Club sich schrittchenweise auf den Weg in die erste Bundesliga machte. 17 Jahre sollte der Weg dauern.
Ein Weg, der womöglich Modell für die Kreuzberger Kunstrasenhelden sein könnte? Auch wenn der Autor dieser Zeilen alles andere als ein Fußballexperte ist, liegen die Parallelen doch auf der Hand. So ist allgemein bekannt, dass in Kreuzberg mehr Baden-Württemberger leben als in Baden-Württemberg. Kreuzberg 61 ist sogar die größte schwäbische Stadt außerhalb des Ländles. Selbst die (vorerst) letzte Bezirksbürgermeisterin, die von der LINKEN gestellt wurde, nämlich Conny Reinauer, kommt im weiteren Sinne aus der Nachbarschaft der Hoffenheimer. Auf der Hand liegt sicher, dass es mehr die „Schaffe-Schaffe-Mentalität” als das Sponsorengeld ist, die Hoffenheim an die Spitze brachte.
Jedoch wissen auch wir als Sozialisten, dass es ohne Geld nicht geht. DIE LINKE hat daher, beginnend mit dem zweiten Spieltag der Saison, einen Platz für Stadionwerbung in der Wrangelritze gebucht. Die Bezirksvorsitzende persönlich montierte das Transparent provisorisch am Zaun. „Für schwarz-gelb. Aber nur auf dem Rasen” ist seither auf einem knallroten Transparent am Fangnetz über dem Tor zu lesen. Die Entwicklung ist vorgezeichnet: SPD und Grüne werden zähneknirschend Bandenwerbung schalten müssen, damit sie nicht ihr Gesicht verlieren, weil DIE LINKE allein am Fangnetz hängt. DIE LINKE wiederum wird den sozialistischen Wettbewerb annehmen und einen noch größeren Platz buchen. Das lassen sich dann wieder die Grünen nicht gefallen und so weiter.
Am Ende zieht Kreuzberg in die Bundesliga ein. Voraussichtlich für das Jahr 2025 sollten sich Multifunktionäre schon mal den Termin für die Siegesfeier in den Kalender eintragen. Anders als in Hoffenheim würde in Kreuzberg aber echtes Teamwork – sogar parteiübergreifend – den Ausschlag geben. Die Arbeitsteilung dabei ist klar: Die Spieler von Hansa 07 sind für die sportlichen Erfolge zuständig und LINKE und Grüne können schon mal in der BVV mit den Planungen für das Ströbele-Gysi-Gedächtnisstadion beginnen.
Der Plan kann aufgehen. Am Ende des Spieltages errang die erste Mannschaft von Hansa gegen den 1. FC Schöneberg ein 1 : 0.