Wenn Abgeordnete bei namentlichen Abstimmungen unentschuldigt fehlen, dann kostet das 50 Euro, die aber witziger weise nicht von der Grundentschädigung, sondern von der Kostenpauschale abgezogen werden. Deshalb und aus dem Wunsch der Pflichterfüllung heraus achten Abgeordnete stets darauf, bei namentlichen Abstimmungen nicht zu fehlen. Dabei werden sie unterstützt. Von ihren Mitarbeitern und insbesondere vor der Abstimmungsglocke, die etwa 20 Minuten vor Beginn der Abstimmung anfängt zu klingeln und zu hupen. Und zwar in allen Räumen einschließlich des Klos. Man kann dem nicht entgehen.
Als ich vorhin nach der Mittagspause im Raucherraum saß, ging plötzlich die Glocke für die namentlichen Abstimmungen los. Es wusste allerdings niemand was von einer namentlichen Abstimmung. Plötzliche Hektik im Raucherraum: Referenten steckten die Köpfe zusammen, Telefonate mit der parlamentarischen Geschäftsführung wurden geführt, SMSe an Abgeordnete geschickt. Schnell, schnell, sonst kostets Geld. Einzelne Kollegen, die ihren Chef nicht erreichten konnten, hechteten ins Büro, um noch rasch eine Entschuldigung an den Bundestagspräsidenten zu schicken. Mein Chef war natürlich vorbildlicherweise anwesend, sodass ich in Ruhe ins Büro schlendern konnte.
Auf dem Weg dorthin hastete mir eine nicht geringe Menge von Mitgliedern des Hohen Hauses entgegen. Alle mit hochrotem Kopf, schwer atmend, schwer in Eile. Alle Richtung Plenum. Ich hatte schon kurz überlegt, ob ich Herrn Bosbach an der Krawatte festhalten sollte, um ihn erst gegen Zahlung eines Lösegeldes on Höhe von 30 Euro loszulassen. Ich hätte schweren Reibach gemacht an diesem Tag, als per namentlicher Abstimmung der Rundfunkrat für die Deutsche Welle gewählt wurde. Offensichtlich wurde dieser wichtige Tagesordnungspunkt gerne übersehen.
Wäre ja auch schlimm. 50 Euro Strafe, also quasi nix verdient an diesem Tag. Beeindruckend fand ich daher den großen sportlichen Ehrgeiz, den selbst ältere Abgeordnete an den Tag legten. Sollten sie mal beim nächsten Bundestagslauf so machen.











Es ist doch schön, wenn man hört, das sich die Herrschaften für ihr Geld auch mal bewegen müssen. Man könnte also durch das Leuten der Glocke sicher heraus bekommen, wer Abgeordneter ist. Gut zu wissen, wenn man im Rahmen einer Revolution eine Festnahme plant.
Hatten wenigstens alle die Hose zu?
So genau hab ich in Sachen Hose da nicht hingeschaut. Ich bin ja bekanntlich etwas pingelig in solchen Sachen.
Beieventueller Revolution muss man nur aufpassen, dass man nicht die herumhühnernden Referenten erwischt. Vielleicht hilft besser ein Blick in den Kürschner
Sehr AUFSCHLUSSreich!!
Kein Wunder das du immer vorne mit dabei bist!!
Top 10 der von Ministerien und Parteien besuchten Blogs, Foren und Webauftritte:
1. forum.mb124.de *(8190)
2. http://www.mark.linkeblogs.de * (4441)
3. masterbootrecord.de * (3168)
4. http://www.goatrance.de * (2031)
5. http://www.lebens-phase.de * (1868)
Am Dienstag kamen in England weitere skurrile Details ans Licht – diesmal traf es die Konservativen: So rechnete der Tory-Abgeordnete David Heathcoat-Amory beispielsweise:
388 Pfund für Pferdedung,
zwei Pfund für Mäusegift,
1,95 Pfund für Sonnenblumensamen,
fünf Pfund für einen Platten in einem Schubkarren ab.
Bei uns geht das sicher nicht so einfach wie auf der Insel. Finanzaufsicht mit Augenmaß und gute Kontrollen durch die BaFin lassen das sicher nicht zu.