Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch. Tag 1: Abendessen
9. Februar 2008
Leberkäse, Kartoffelsalat, 1/2 Gurke
Igitt. Das Abendessen habe ich heiß erwartet, weil ich dem Mittagessen doch recht schnell wieder hungrig war. Ich kann aber nur sagen: Hände weg von dem Kartoffelsalat aus dem Lidl. Und auch von dem Leberkäse, der schon ominös aussah und teilweise eine knorpelartige Konsistenz hatte. Was soll man auch anderes für 64 Cent anderes erwarten. Zudem hat der Leberkäs einen bizarren Fettfilm auf meinen Gaumen gelegt, den ich ohne Schnaps wohl nicht wegkriegen werde. Aber Schnaps steht nicht auf Thilos Liste. Bäh.

Zeit für eine weitere Bilanz
- Richtig satt fühle ich mich nicht, essen könnte ich aber auch nichts mehr. Das war kein schönes Erlebnis eben.
- Gekostet hat das Missvergnügen anteilig 1,16 Euro. Sarrazin hat 1,20 Euro veranschlagt. Diese Runde geht an ihn. Aber auch nur, weil ich trotz beträchtlichen Durstes, den ich nach dem “Leberkäse” hatte, nicht wieder an der Saftflasche naschte
- Korrektur: Das “Vergnügen” kostete 1,26 Euro. Der alte Rechenfuchs aus der Senatsfinanzverwaltung hat unterschlagen, dass ich Gewürze und Öl brauchte. Beim Mittagessen wars noch eingerechnet. Also schon wieder Miese im Budget.
- Zusammenfassung: Für den Tag hatte ich 3,98 zur Verfügung. Ausgegeben habe ich anteilig 4,18 Euro.
- Ich habe mit dem Speiseplan des Senators etwa 3200 Kalorien zu mir genommen. Mein Kalorienbedarf täglich beträgt 2400 Kalorien (32 Jahre, männlich, überwiegend sitzende Tätigkeit, kein Sport). Jetzt schon kann ich bilanzieren: Sarrazin macht fett. Mich jedenfalls.
- Ich kann nicht ausschließen, dass ich nachher nochmal um die halbe Gurke schleichen werde, die ich im Kühlschrank liegen hab.

Meinste nicht, dass Kartoffelsalat selbstgemacht billiger und besser gewesen wäre?
Besser auf jeden Fall. Aber nicht billiger. Zumal der Kartoffelsalat ja auch ausgesprochen billig war. Die Portion hat nur 17 Cent gekostet. Viel mehr Spielraum hatte ich wegen des Leberkäses und der Gurke nicht. Ansonsten hätte es sich gelohnt, einen teureren Kartoffelsalat zu kaufen.
Hey, da fehlt doch was in dem Satz!
Hallo Frank,
da ist mir irgendwie Text verschwunden. Wenn er mir wieder einfällt, ergänze ich ihn wieder. Ist aber auch so eklig genug…
Die Navigtion reiche ich nach.
Hm, hieß es nicht auch irgendwie, irgendwo, irgendwann, dass „die Unterschicht“ zu Übergewicht neigte? Ich kann mir gut vorstellen, dass das an solchen „Speiseplänen“ liegt.
Leberkäse! Pfui deibel! Das salzige zeug ohne getränk reinprügeln zu müssen ist eine zumutung – und das mit dem kartoffelsalat eine fehlplanung. Wenn der mensch kartoffelsalat möchte, dann verwertet er übriggebliebene kartoffeln vom mittag. Zu dumm, da gab es ja spaghetti. Vielleicht sollte man den leberkäse und den kartoffelsalat weglassen und stattdessen kalten fußbodenbelag mit gurke essen – und ein kühles bier trinken.
“Hm, hieß es nicht auch irgendwie, irgendwo, irgendwann, dass „die Unterschicht“ zu Übergewicht neigte? Ich kann mir gut vorstellen, dass das an solchen „Speiseplänen“ liegt.”
Und gleichzeitig heisst es, dass der Durchschnittsdeutsche verarmt und (oder?) immer fetter wird.
Sollte es da einen Zusammenhang geben? *ganz naiv und blauäugig frag*