Innenpolitik, Bürgerrechte, Datenschutz, Medien
Februar 8th, 2008

Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch

Mir fehlen genau wie Udo Vetter die Worte angesichts des Rechenstücks, mit dem Berlins Finanzsenator Thilos Sarrazin zeigen will, dass 4,25 Euro pro Tag (also der Hartz IV-Regelsatz) dicke ausreichen, um sich gesund, vollwertig und abwechslungsreich zu ernähren. Gleich morgen früh werde ich losziehen, den nächsten Aldi aufsuchen und mal schauen, ob ich eine Bratwurst für 38 Cent bekomme. Bei der Gelegenheit kann ich geleich mal schauen, ob ich in den Tagen das eine oder andere Pfund verliere. Im Büro werde ich mir die Briefwaage ausleihen, damit ich auf gar keinen Fall mehr als 25 Gramm Marmelade auf das Brot für vier Cent pro Schreibe packe. Ab morgen dann mehr. Siehe unten.

Edit: Ein weiterer Selbstversuch wird hier angekündigt

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43 Kommentare »

  1. [...] 8, 2008 von xxlkillababe Mir fehlen genau wie Mark Seibert und Udo Vetter die Worte angesichts der Rechenkünste, mit dem Berlins Finanzsenator Thilos [...]

  2. Herr Sarrazin geht ebenfalls davon aus, dass der Hartz-IV-Empfänger auf den Alkohol verzichtet, um sich das Essen reichhaltiger finanzieren zu können. Na dann Prost.

    Kommentar von meskes — Samstag, 9. Februar 2008 @ 09:02
  3. [...] Siehe auch hier. [...]

  4. 4,25 Euro…

    Ist ja nett, dass der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin jetzt Ernährungstipps für Harzt-IV-Empfänger gibt. Laut seiner Rechnung soll man sich also mit knapp 4 Euro pro Tag problemlos gesund und abwechslungsreich ernähren…

    Trackback von Dobschats Weblog — Samstag, 9. Februar 2008 @ 23:16
  5. [...] Kochen mit Sarrazin ein Selbstversuch Mir fehlen genau wie Udo Vetter die Worte angesichts des Rechenstücks, mit dem Berlins Finanzsenator Thilos Sarrazin zeigen will, dass 4,25 Euro pro Tag (also der Hartz IV-Regelsatz) dicke ausreichen, um sich gesund, vollwertig und abwechslungsreich zu ernähren. Gleich morgen früh werde ich losziehen, den nächsten Aldi aufsuchen und mal schauen, ob ich eine Bratwurst für 38 Cent bekomme. Bei der Gelegenheit kann ich gleich mal schauen, ob ich in den Tagen das eine oder andere Pfund verliere. Im Büro werde ich mir die Briefwaage ausleihen, damit ich auf gar keinen Fall mehr als 25 Gramm Marmelade auf das Brot für vier Cent pro Schreibe packe. Ab morgen dann mehr. Siehe unten. [...]

    Pingback von Remote Control » Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch — Montag, 11. Februar 2008 @ 00:27
  6. [...] MARK SEIBERT:LOGBUCH – Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch (tags: essen hartz-IV sarrazin berlin) [...]

    Pingback von links for 2008-02-12 auf goerlipark.de/sk — Dienstag, 12. Februar 2008 @ 09:23
  7. [...] “Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch” Mark Seibert probiert es aus. Gibt es Bratwurst für 38 Cent, wie es der Speiseplan von Berlins Finanzsenator Sarrazin vorsieht? Tags: ALG-II, Arbeit, Hartz-IV.Speiseplan, Ifo-Institut, Kampagnen, Sarrazin Hinterlasse einen Kommentar [...]

    Pingback von 24stunden.de » Lesebefehl #68 — Dienstag, 12. Februar 2008 @ 10:54
  8. [...] Hier hatte ich über den neuesten menschenverachtenden Dreck der SPD das passende Bild kreiert. Thilo Sarrazin, SPD-Politiker und Finanzsenator der Stadt Berlin sowie Mitglied in 8 Aufsichtsräten – sozusagen die sozialdemokratische Konkurrenz zu Friedrich Merz – hatte, freundlich wie er ist, einen Speiseplan für Hartz IV-Empfänger erstellt um seine Behauptung zu untermauern, Hartz IV-Empfänger können sich vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren. Wenn selbst der aufrechte Mob auf dem Springer’schen Hetzblatt welt.de dies diplomatisch, weil keine direktere Möglichkeit vorhanden war, zu 74% als zynisch bezeichnet, dann muss in diesem Land schon viel passiert sein. Nichtsdestotrotz – diese Person da in Berlin ist immer noch im Amt, auch dank der Linken und die BILD fährt ihre neueste Kampagne gegen die Schwächsten dieser Gesellschaft. Somit hat die SPD mit Hilfe der BILD ihr Ziel erreicht – mal wieder die arbeitende Bevölkerung gegen die Arbeitslosen aufzuhetzen. Dass dies auch und insbesondere eine Kampagne gegen die Arbeiter und Arbeitnehmer ist, verstehen die wenigsten – wie auch, wenn in den 15 Minuten Frühstückspause BILD, Brötchen und Diskussionen stattfinden. Nun hat Mark ein interessantes Projekt gestartet – Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch. [...]

    Pingback von Hartz IV-Kochen und ein Selbstversuch | F!XMBR — Dienstag, 12. Februar 2008 @ 18:14
  9. Hallo Mark,

    wäre schön, wenn Du in diesem Beitrag noch Links zu den einzelnen Beiträgen anfügen könntest. Navigationsmäßig hat mich das zuerst vrwirrt. Nichtsdestotrotz: Super Projekt, lustig formuliert, meinen Respekt. :)

    Kommentar von Frank — Dienstag, 12. Februar 2008 @ 19:27
  10. [...] Mark versucht das mal und scheitert damit ziemlich nachhaltig. [...]

    Pingback von Hunger - Citronengras — Dienstag, 12. Februar 2008 @ 20:03
  11. hallo

    wieso reichen 4,25€ pro Person pro tag nicht aus, wir kommen doch mit der summe etwa hin.

    400€ zum Lebensmittel kauf im Monat bei 3 Personen, hier zum nachlesen.

    und dazu brauch ich keinen versuch, wir müssen so leben ;-)

    Kommentar von picard — Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 13:38
  12. Hallo

    klar ist mir, das wenn mehr im topf ist, ein haushalten mit dem haushalt leichter ist ;-)

    ich hatte mit 18 mal sozialhilfe, demnach weiss ich wie schär es ist mit einem schmalen haushalt auszukommen.

    nur was soll man machen wenn man nicht über seine verhältnisse leben will? arbeiten gehen, ja klar… und wenn das zu wenig geld bringt? mehr arbeiten gehen, ja klar… aber das geht auch nur bis zu einem gewissen grad (ich habe ja ein kind nicht nur wegen dem sex :-) )
    also müssen wir damit klar kommen was wir haben, das ist meiner ansicht nach nicht wenig, sicher wir arbeiten und bekommen aufstockendes hartz4, das ist mehr wie reines hartz4, aber ich finde auch, jeder der arbeitet sollte etwas belohnt werden. sonnst haben wir bald noch mehr menschen die sagen… achne arbeiten, das mir zu anstrengend, ich bekomme doch genug.

    gruss
    picard

    Kommentar von picard — Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 15:55
  13. [...] Der erste Selbstversuch der Verpflegung mit Hartzer Httenkse IV ist bereits [...]

    Pingback von Abgrnde - Roberts Kolumne — Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 16:47
  14. @ picard
    “wieso reichen 4,25€ pro Person pro tag nicht aus, wir kommen doch mit der summe etwa hin.

    400€ zum Lebensmittel kauf im Monat bei 3 Personen, hier zum nachlesen.”

    Du kannst einen Singlehaushalt nicht mit einen 3 Personen-Haushalt vergleichen. Lt. Sarrazins Speiseplan soll es z.B. am 3. Tag u.a. eine Bratwurst zum Mittag geben. Während der Single die restlichen 5 Bratwürste wegwirft (Bratwürste werden im Discounter nur selten einzeln verkauft) oder auf ausgewogene Ernährung verzichtet, lassen sich solche Packungen in einer Familie besser aufbrauchen, ohne die halbe Woche das Gleiche essen zu müssen. Gleiches gilt für die 100g Kartoffeln oder 0,5 Kohlrabi des 2. Tages. Kartoffeln gibts im Discounter meistens in 2kg-Beuteln. Würde also für 20 Gemüsesuppen reichen. Dummerweise halten sich die Kartoffeln aus dem Discounter keine 3 Monate…

    Kommentar von blogleser — Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 17:09
  15. @blogleser

    na klar ist es mit mengen so eine sache…

    ich kann auch ketchup billiger kaufen im 10kg eimer oder erdnüsse im 2kg beutel.

    es ist nicht so einfach wenn man alleine ist, das mir klar, ich weiß nicht ob es realistisch ist, sich gesund oder abwechslungs reich zu ernähren, aber wir das berücksichtigt? ich glaube nein.
    Kann man mit hartz4 überleben, ja

    Kommentar von picard — Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 19:28
  16. Hallo,
    ein Freund hat mich auf den Selbstversuch hier hingewiesen.
    Ich weis das sich eine Mitstudentin jetzt in Ihrer Diplomarbeit mit dem Thema “Ausgewogene Ernährung mit Hartz IV” auseinandergesetzt hat, oder noch auseinandersetzt. Werde mich nächste Woche mal schlau machen und mal berichten, was aus wissenschaftlicher Sicht herausgekommen ist.

    Kommentar von Hendrik — Sonntag, 17. Februar 2008 @ 23:02
  17. Warum müssen sich Hartz IV-Empfänger, denen es doch so gut gut, nicht gleich nach deutscher Gründlichkeit ein gelbes “A” auf die Kleider nähen, damit sie sich täglich in einem Lager für eine Tagesration Essen anstellen können…!!??

    Kommentar von Karl Heinz Koch — Sonntag, 17. Februar 2008 @ 23:41
  18. Mark Du bist ein oller Nörgler. Immerhin spart man mit den Speiseplan im Jahr 147,22 € (Diff. zu den 4,25 €) und in 6793 Jahren bist du damit Millionär. Heh was sagst du jetzt.

    Kommentar von Michael — Montag, 18. Februar 2008 @ 22:52
  19. der Test ist sehr gut und mit dem nötigen Schuss Humor dargestellt. Ich bin Rentner, daher hat mich das Ergebnis nicht überrascht. Nicht nur Harz IV hat das Problem.Die Rechnungen sind noch ungenau, da die Energie zum Kochen, Kühlen, Einfrieren (von Resten)nicht eingegangen ist.

    Kommentar von Dr. Schmidt — Dienstag, 19. Februar 2008 @ 11:16
  20. Sehr geehrte r Herr Flegelskamp,

    ich möchte Ihnen gerne erläutern, wie der in der Presse zitierte Speiseplan zustande kam:

    Es hat in der Vergangenheit immer wieder öffentliche Diskussionen über den Zusammenhang von Armut, Fehlernährung und kürzerer Lebenserwartung gegeben. Daraus ergab sich folgende Frage:

    Ist der Hartz-IV-Satz möglicherweise zu knapp bemessen, um davon vollwertige und gesunde Lebensmittel zu bezahlen?

    Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurde eine Mitarbeiterin der Finanzverwaltung in die Filiale einer Lebensmittelkette geschickt, um die aktuellen Preise zu recherchieren. Das Ergebnis war, dass auch mit dem im Hartz-IV-Satz (347,- €) für Lebensmittel vorgesehenen Anteil (128,- € monatlich bzw. 4,25 €/Tag) ausreichend vollwertige Lebensmittel gekauft werden können, um sich gesund zu ernähren.

    Ziel der exemplarischen Durchrrechnung eines Speiseplans war weder die unterstellte Pauschal-Aussage, “von Hartz-IV könne man prima Leben” noch war es Ziel, Hartz-IV-Empfängern irgendwelche Vorgaben zu machen oder unerwünschte Ratschläge zu erteilen. Es ging lediglich um eine nachvollziehbare Antwort auf die o.g. Frage.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Thilo Sarrazin

    Quelle:
    http://www.flegel-g.de/

    Kommentar von Leser — Dienstag, 19. Februar 2008 @ 11:35
  21. Diese Bemerkung bringt die Menschenfeindlichkeit des gesamten Unternehmens “Hartz” auf den Punkt und so deutlich muss sie auch benannt werden. Es reicht den Geldsäcken nicht, die Menschen mit solchen Gesetzen zu erniedrigen sie wollen sie auch noch öffentlich verhöhnen.

    Kommentar von Mim — Dienstag, 19. Februar 2008 @ 13:25
  22. gesund, vollwertig und abwechslungsreich… für 4,25€ bitte!
    Das ist der wahre Hohn, weil z.B. ein Vollkornbrot mindestens 3,60€ kostet und ein solches Brötchen nicht unter -,50€ zu haben ist. Ganz sicher ist weder Herrn Sarazzin noch der befassten Mitarbeiterin klar, was mensch unter vollwertiger Ernährung verstehen muss. Es ist eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Frische Lebensmittel, deren Wert nicht durch Gifte, Chemie oder intensive industrielle Verarbeitung beeinträchtigt wurde, müssen zu genussvollen und bekömmlichen Speisen zubereitet werden. vgl. Leitzmann/v. Koerber/Männle
    Darüber hinaus müssen wir angesichts der Probleme unseres Planeten auch die Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit des Ernährungssystems berücksichtigen.
    Davon haben die Autoren aus der Senatsverwaltung wohl noch nichts gehört.
    Zusammenfassend würde ich sagen: Wer genug Geld hat und die Nahrungsmittel beim Discounter kauft hat es selbst entschieden. Wer aber so wenig Geld wie Hartz IV zugewiesen bekommt und damit gezwungen ist das billigste zu kaufen, wird zur Körperverletzung genötigt. Das ist eindeutig menschenfeindlich!

    Kommentar von Gesundheitstrainerin — Dienstag, 19. Februar 2008 @ 13:59
  23. Wer keine Arbeit hat, hat Zeit. Er kann sich Brot oder Brötchen selbst backen, so schwierig ist das nicht.

    1 Kg Roggenmehl, frisch gemahlen, kostet im Bioladen 1,25. Reicht mindestens für 20 kerngesunde Brötchen. Da Roggen mit Sauerteig gebacken wird, sind die Brötchen auch haltbarer als das drittklassige Zeug, das Bäcker aus irgendwelchen Backmischungen zusammenrühren.

    Kommentar von Karl — Dienstag, 19. Februar 2008 @ 14:33
  24. Hallo Karl,

    wer keine arbeit hat, hat normalerweise zeit, sofern man sich nicht mit einem 1eurojob oder einer anderen »beschäftigungsmaßnahme« herumschlagen muß, beim jobcenter glaubt man nämlich, wer keine arbeit hat, hat langeweile.

    Selbstverständlich ist selbstgebackenes brot eine wunderbare und gesunde alternative, die allerdings nicht nur zeit erfordert, sondern auch das wissen, wie man brotteig herstellt und energiekosten verursacht und somit eben doch ein teurer spaß ist.

    1euro25 für ein kilo bio-roggenmehl erscheint günstig – aber für ein brot, das nicht fad schmecken soll, benötigt man mehr als nur mehl und wasser.

    Der preis für selbstgebackenes brot (das gilt für alle anderen speisen, die selbst gekocht werden müssen natürlich ebenso) ist schwer kalkulierbar, während ein toastbrot vom aldi (sofern man es ungetoastet verzehrt) eben tatsächlich nur 49 cent kostet. Auch fertigeintöpfe aus der dose haben den vorteil, daß sie nicht zubereitet werden müssen, sondern kalt gegessen werden können.

    Der »soziale beitrag« der lebensmittelindustrie sind konservendosen mit aufreißlasche. Denn ist der konservendoseneintopfesser erst mal obdachlos geworden, trägt er vermutlich nicht ständig einen dosenöffner mit sich herum und kann sich dank aufreißlasche am dosendeckel wie gewohnt »gesund« ernähren.

    Kommentar von Mechthild Mühlstein — Freitag, 22. Februar 2008 @ 17:27
  25. Sehr geehrter Herr Klegelsfamp,

    ich möchte Ihnen gerne erläutern, wie der in der Presse zitierte Lebensplan zustande kam:

    Es hat in der Vergangenheit immer wieder öffentliche Diskussionen über den Zusammenhang von Reichtum/Stress und kürzerer Lebenserwartung gegeben. Daraus ergab sich folgende Frage:

    Ist ein Senatorengehalt möglicherweise zu knapp bemessen, um davon für die Allgemeinheit sinnvolle Lebenszeit zu bezahlen?

    Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurde eine Mitarbeiterin der Finanzverwaltung in die Filiale eines Zeitungskioskes geschickt, um die aktuelle Presse aufzukaufen. Das Ergebnis war, dass auch mit dem Senatorengehalt ausreichend vollwertige Presseerzeugnisse gekauft werden können, um sich stressfrei zu informieren.

    Ziel der exemplarischen Durchrechnung eines Leseseplans war weder die unterstellte Pauschal-Aussage, “von Senatorengehältern könne man prima lesen” noch war es Ziel, Senatoren und Ministern irgendwelche Vorgaben zu machen oder unerwünschte Ratschläge zu erteilen. Es ging lediglich um eine nachvollziehbare Antwort auf die o.g. Frage.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Silo Tharrazin

    Kommentar von Nina Stein — Samstag, 23. Februar 2008 @ 08:44
  26. Liebe Mechthild,

    es nicht wirklich schwer, den Preis eines selbstgebackenen Brotes zu berechnen, denn die Zutaten stehen im Rezept, den Strompreis kann man überschlägig aus dem Anschlußwert des Ofens ermitteln.

    Ich will auch gar nicht bestreiten, daß Sarrazins Speiseplan verbesserungsfähig ist, gerade auch in Hinblick auf die gesunde Ernährung. Bevor ich z.B. eine Bratwurst für 38 Cent esse, verzichte ich lieber ganz auf das Teil und nehme statt dessen einen Schlag Kartoffeln extra.

    Aber um meine persönlichen Vorlieben und Ansichten geht es hier nicht. Es geht auch nicht um eine Vorschrift, die den Transferleistungsempfänger zu einer bestimmten Ernährungsweise zwingen soll, sondern um ein Berechnungsbeispiel.

    Also bitte: Lass das Dosenfutter in der Büchse und lerne kochen, backen und vernünftig wirtschaften, dann kannst auch Du Dich vernünftig von 4,25 täglich ernähren.

    Kommentar von Karl — Samstag, 23. Februar 2008 @ 12:34
  27. Junge, willst du mich nicht verstehen oder was?
    Es gibt mehr Erwägungen als nur monetäre ge?
    Mein Schatz will sein Studienort im 7. Semester net verlassen und ich ihn nicht…schon ist die Kiste zu…außerdem habe ich einen einzigen Aspekt genannt, den andere besser hinkriegen als wir. EINEN. Und deswegen abzuhauen und Dtl. seinem Elend zu überlassen, wäre ziemlich fies.

    Und zum selberkochen:
    Für ein Glas Nudelsauce(BIO) bezahle ich bei Rossmann oder DM 1,70. Für ein halbes Kilo Bio-Tomaten mehr als 2 Euro. Und das ist schon im Osten…will nicht wissen, wie die Verhältnisse im HH oder München sind.

    Kommentar von culwathwen — Samstag, 23. Februar 2008 @ 17:03
  28. Na also, ist doch gar nicht so schlecht hier, und alles in allem gibt es dann doch keinen Grund mehr, so furchtbar zu jammern.

    Nun suchst Du Dir noch jemanden, der kochen kann, dann mußt Du auch nicht teure Fertigsauce kaufen. Ein halber Liter passierte Tomaten kostet 25 Cent, ein paar Krümel Salz, ein wenig Gewürz und eine Zwiebel kostet auch nicht mehr, dann hast Du eine leckere Sauce für 50 Cents. Ein Pfund Nudeln dazu, das reicht nicht nur für Dich, da wird Dein Schatz auch noch satt.

    Gegenüber Deiner Fertigsauce hast Du noch 90 Cent übrig, reicht bequem für einen Kopf Salat und eine Paprika, dann hast Du auch noch ein paar Vitamine aus Rohkost.

    Alles in Allem haben wir also für den Gegenwert eines Glases Nudelsauce 2 Personen vollwertig verköstigt. Was willst Du mehr?

    Kommentar von Karl — Sonntag, 24. Februar 2008 @ 01:00
  29. an welcher stelle habe ich denn bitte gejammert?
    man wird ja wohl mal beispiele nenne dürfen, son quatsch…
    und nochmal zu deiner tollen rechnung, ich bezog mich ausdrücklich auf biolebensmittel, da wird auch das gemüse etwas teuerer sein. davon abgesehen habe ich letztens für no-name passierte tomaten 69 cent bezahlt. und wenn du tomatensauce wirklich selber machts, und das heißt, echte tomaten(so rund und rot) nimmst, kommst du wesentlich teurer. salat kostet im netto 60 cent und 3 paprika 1,29, da kommste mit 90 cent ni hin…

    Kommentar von culwathwen — Sonntag, 24. Februar 2008 @ 15:49
  30. Ich kann auch nichts dazu, wenn Du für passierte Tomaten 69 Cents bezahlst. Ich habe am 13.02.08 bei Lidl 25 Cents bezahlt, Fabrikat Campo Largo, 500gr.

    Ein Kopf Eisbergsalat 55 Cents, und eine Spitzpaprika, nicht drei, aus einem Beutel mit 7 Stück zu 1,89, gekauft am 19.02.08 bei Norma, Stückpreis also 27 Cent. Zusammen 82 Cent, für 8 Cent solltest Du auch noch ein paar Tropfen Essig und Öl sowie Pfeffer und Salz bekommen.

    Extras wie “Bio”-Etiketten sind nicht notwendigerweise durch Transferleistungen zu finanzieren.

    Kommentar von Karl — Montag, 25. Februar 2008 @ 00:26
  31. ich war halt nicht beim ausbeuter, sondern bei rewe, wo die mitarbeiter während der arbeitszeit auch mal aufs klo dürfen und betriebsräte bilden können.
    solche arbeitsbedingungen muss ich nicht unterstützen.
    auch nicht, dass arbeitslosen ihre entscheidungsfreiheit genommen wird, man kann nicht mehr wählen, wo man einkaufen will, sondern wird zum ausbeuter gedrängt.
    gut, wenn man von alg II kein bio kaufen darf, aber ich muss mich ja nicht vergiften.
    (heute paprika für 77 cent gekauft, salat gabs auch allerding so um 1,90 euro)

    Kommentar von culwathwen — Montag, 25. Februar 2008 @ 15:21
  32. Jetzt wird’s alleweil blöder. Du weißt, daß Du Unfug verzapfst und willst diesen Unfug auch noch schönreden.

    Kommentar von Karl — Montag, 25. Februar 2008 @ 19:16
  33. wieso denn?
    du sagst, selber machen ist immer billiger als fertiggerichte.
    ich sage nein, und zeige ein beispiel, von dem ich exakte zahlen kenne. tut mir leid, dass ich versuche auf erwiesenermaßen pestizidüberbelastetes gemüse zu verzichten.
    abgesehen davon kommst du ja auch nicht ohne zumindest vorbearbeitetes aus, passierte tomaten gilt für mich nicht so wirklich als selbstgemacht.

    Kommentar von culwathwen — Dienstag, 26. Februar 2008 @ 11:14
  34. Hallo Karl,

    selbstverständlich ist es nicht schwer, den preis eines selbstgebackenen roggenbrotes zu ermitteln, zumindest wenn man die dafür notwendige bildung mitbekommen hat. Und was macht einer, der arbeitslos ist, weil man ihn von vornherein von selbiger ausgeschlossen hat?

    Meinethalben kann das dosenfutter bleiben, wo der pfeffer wächst, mir sind möglichkeiten bekannt, wie ich mich preiswert und meist sogar relativ gut ernähren kann (es gibt sogar menschen, die behaupten, daß ich sehr gut kochen würde) – aber ich bin hier doch nicht der maßstab! Wenn ich der maßstab wäre, müßten wir diese diskussion gar nicht führen, weil die gesellschaft dann völlig anders aussähe, dann gäbe es keine geizigen finanzsenatoren, die anderen die trockenbrotscheiben einzeln in den mund zählen. Wäre herr Sarrazin so bescheiden wie sein speiseplan, wäre er nicht in der position, diesen unsinn dann auch noch medienwirksam zu verbreiten.

    Man kommt nicht drum herum, sich in die menschen hineinzuversetzen, die nicht die lebensmöglichkeiten hatten, die man selbst hatte. Die gesellschaft muß sich an den leuten orientieren, die unter die räder kommen und nicht an denen, die mit den gegebenen klarkommen. Für wen muß die fürsorge eines staates zugeschnitten sein? Für diejenigen, die keine probleme haben oder muß für menschen gesorgt werden, die in diesem tollen staat womöglich noch nie eine chance hatten?

    Kommentar von Mechthild Mühlstein — Montag, 10. März 2008 @ 02:30
  35. Vorsicht, Mechthild. Du kommst auf einen völlig falschen Pfad. Wenn wir die Fürsorge des Staates auf diejenigen zuschneiden wollten, die mangels Ausbildung oder Intelligenz nicht in der Lage sind, sich mit hinreichenden finanziellen Mitteln angemessen zu ernähren, sind wir ganz schnell bei Suppenküchen und Kasernierung. Das kann wohl nicht Dein Ziel sein.

    Kommentar von Karl — Dienstag, 18. März 2008 @ 12:17
  36. [...] in die Welt pusten) und für viele Menschen sogar bittere Notwendigkeit (wir erinnern uns nur an den Essensplan des Berliners Sarrazin) aber die eigene Sparsamkeit kann eben dann auch so weit gehen, dass man zum ernsthaften Problem [...]

    Pingback von I wanna spend all your money... — Mittwoch, 26. März 2008 @ 14:03
  37. Wie kommt man eigentlich auf die 4,25 Euro.

    Ich hab gelesen es würden 128 Euro pro Monat für Lebensmittel zur Verfügung stehen. Das wären 1536 Euro pro Jahr und 365 Tage/Jahr macht das nicht mal 4,21 Euro pro Tag. Da 2008 ein Schaltjahr ist und damit 366 Tage hat, komme ich rechnerisch nicht mal auf 4,20 Euro pro Tag.

    Leute die behaupten, man können von dem Geld leben, sollte man mal zwingen von dem Geld einige Monate leben zu müssen. Die gehören in einen Bunker geschmissen und der Schlüssel weggeworfen.

    Kommentar von Patrick — Mittwoch, 2. April 2008 @ 19:39
  38. Hallo Petrick,

    wie man auf die 4,25 EUR täglich kommt? Ist doch ganz einfach: Nach der gleichen Berechnung, die für Unterkunft und Heizung nach Abzug der Kaltmiete 20,50 Euro monatlich veranschlagt.
    Im Vergleich dazu finde ich das HartzIV-Budget für Ernährung schon überreichlich bemessen…

    Kommentar von reblaus — Mittwoch, 16. April 2008 @ 00:47
  39. Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
    Wir mußten selbst 3 Jahre von Hartz IV überleben.
    Durch die minderwertige, vergiftete Nahrung, die ich kaufen mußte, waren wir ständig krank und energielos. Jetzt sind wir wieder in der Lage gesunde “Leben”smittel zu kaufen. Das Ergebnis: Leistungsstark, Widerstandsfähig und voller guter Laune.

    Kommentar von Carina — Mittwoch, 16. April 2008 @ 14:30
  40. @ carina

    “Durch die minderwertige, vergiftete Nahrung, die ich kaufen mußte, waren wir ständig krank und energielos.”

    ohne worte. wenn dummheit weh tun würde..

    Kommentar von brutus luxius — Montag, 2. Juni 2008 @ 22:37
  41. Mich ärgern Kommentare wie “minderwertige, vergiftete Nahrung”.
    Ich habe gestern Abend meine Haushaltsbücher aus den Studentenjahren (2000-2005) herausgezogen.
    Für einen Monat Essen hatte ich mir seit Einführung des Euros immer 100 € für den Monat zugestanden -
    und ich lebe immer noch!

    Kommentar von Charlotte — Dienstag, 29. Juli 2008 @ 11:24
  42. @charlotte
    mag ja sein, dass du damit toll zurecht gekomen bist. es ist auch unbestritten, dass du noch lebst. aber dein maßstab kann nicht die messlatte für alle anderen sein. zudem weiß ich nicht, wie lange dein studium schon her ist. vielleicht waren damals lebensmittel auch billiger? vielleicht hast du dich vor allem von spaghetti mit billiger tomatensauce ernährt? das geht, ist aber nicht gerade ideal.

    Kommentar von Mark Seibert — Dienstag, 29. Juli 2008 @ 18:23
  43. [...] müssen. Thilo Sarrazin war da der Vordenker, hat einen Speiseplan entworfen, bei dem es zwar an allerlei mangelte – Getränke berechnete er gar nicht -, der es aber möglichst gut meinte mit den Beziehern von [...]

    Pingback von Die Politik und das TV als Ernährungsberater | Freund Blase — Freitag, 2. Januar 2009 @ 08:36

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