Sachsen-Anhalts Polizei: Dumm, blind, inkompetent
Solche Berichte häufen sich in Sachsen-Anhalt: Nazis hetzen ihnen ungenehme Menschen durch die Städte, die Polizei macht entweder die Ohren direkt zu oder kümmert sich gar nicht erst um die Täter. Am Samstag wurde in Halberstadt eine Theatergruppe von Nazis überfallen. Die Polizei nahm die Personalien der Opfer auf, statt die Täter festzunehmen, die sich noch am Tatort aufhielten. Immerhin muss der leitende Beamte gehen. Legt man diesen Maßstab überall in Sachsen-Anhalt an, dann wäre die dortige Polizei schnell führungslos. Denn vergleichbare Geschichten häufen sich.
Im Juni 2005 überfiel ein Nazi Jugendliche auf einem Zeltplatz, verletzte einen schwer. Das Opfer konnte den Täter, der auch bereits polizeibekannt war, identifizieren. In den Folgemonaten überfiel der Schläger zahlreiche weitere Menschen, die ihm nicht passten. Die Polizei ließ die Anzeioge über Monate einfach liegen. (Quelle)
Juni 2006: In Pretzien inszenierten Nazis die Verbrennung von Büchern, genauer: des Tagebuchs der Anne Frank. Der Bürgermeister des Ortes ist Mitglied der Organisation. (Quelle)
Direkt vor einem Polizeirevier griffen Schönebecker Neonazis im Februar 2003 vier Jugendliche an. Sie traten brutal mit Stiefeln auf deren Köpfe ein. Ein Amtsgericht fällte milde Urteile. (Quelle)
Im August 1994 fahren Nazis mit wehender Reichskriegsflagge durch Witttenberg. Die Polizei schreitet nicht mal ein, als die Nazis am Polizeirevier entlangfahren. (Quelle)
17. Mai 1997 in Wittenberg: 150 Nazis treffen sich. Im 30 km entfernten Prettin führen sie eine Gedenkfeier durch. Obwohl Journalisten angegriffen werden, unternimmt die anwesende Polizei nichts. (Quelle)
1998 überfallen Nazis am Herrentag das “Punkerhaus” in Wittenberg, übergießen einen Mann mit Benzin und versuchen, ihn anzuzünden. Die Polizei weigert sich, die Anzeige aufzunehmen. (Quelle)
24. Mai 2002 in Köthen: Eine Gruppe von Neonazis bepöbelt die Gäste eines Konzerts und verletzt einige. Die Polizei greift nicht ein. (Quelle)
April 2004: Mehrere Neonazis, greifen das Wohnheim für chinesische Studenten in der Nähe der Köthener Martinskirche an. Dabei gehen Fensterscheiben zu Bruch und die Rechtsextremen skandieren während des Übergriffs fremdenfeindliche und rassistische Parolen. Die durch die Betroffenen informierte Polizei, trifft erst nach einer Stunde ein. Da sind die Angreifer längst geflüchtet. (Quelle)
Diese Reihe kann endlos fortgesetzt werden. Ich lass es aber, denn ich werde immer wütender. Ihr könnt hier oder auch hier selbst nachlesen. Dort findet ihr auch Fälle, bei denen die Polizei vernünftig gearbeitet hat. Dennoch: Ich finde es bemerkenswert, dass es immer wieder Fälle aus Sachsen-Anhalt sind, wo die Polizei im Kampf gegen Rechts ausgesprochen phlegmatisch auftritt. Vielleicht sind sie ja alle mit Razzien gegen Linke oder mit dem Entsenden von Provokatueren auf Demonstrationen beschäftigt.
