Silvester: Schlimmer als Weihnachten. Das gilt zumindest für den Tag davor. Im Rahmen der Vorbereitungen zu einer morgen stattfindenden Nicht-Party begab ich mich heute zu einem Einzelhändler. Er ist zwar nicht gerade der Einzelhändler meines Vertrauens. Ich misstraue ihm sogar geradezu. Aber dennoch. Schließlich brauchte ich eine nicht geringe Menge Hackfleisch. Und Paprika. Und Bier. Unter anderem. Schon die Anreise war beschwerlich. Als ich mich nach 20 Minuten an die Linksabbiegerampel vorgekämpft hatte, die sich direkt vor meiner Haustüre befindet, musste ich noch einige Krankenwagen durchlassen. Waren wahrscheinlich auf dem Weg nach Neukölln, um die abgesprengten Gliedmaßen von Kindern mit Migrationshintergrund einzusammeln. Egal. Ich kam beim Händler meines Misstrauens an. Abgesehen davon, dass der ansich reichlich überdimensionierte Parkplatz proppenvoll war, herrschten innen ostzonale Zustände. Ossis in Warteschlagen, leere Regale. Immerhin gab es Westgeld. Aber kein Hackfleisch. Deshalb habe ich zunächst eine Proformaflasche Sekt gekauft. Ab zum nächsten Laden. Dort wollte ich auch das Leergut abgeben. Den Strich durch die Rechnung machten mir etwa 20 Punker, die riesige Umzugskisten voll Leergut dabei hatten (wahrscheinlich wurde gerade das Weihnachtsgeld ausgezahlt). “Kauf ich halt Hackfleisch”, dachte ich mir. “Und Paprika”. Doch ich habe nicht mit dem langen Arm Honneckers gerechnet. Denn auch bei diesem Händler herrschte in den Regalen gähnende Leere. Besonders provozierend fand ich die Fleischtheke. Laut Beschilderung sollten dort vier Meter Hackfleisch in allen Variationen auf mich warten. Aber nix war. Ich glaube, dass sich in der einen Ecke des Regals gerade eine Spinne häuslich einrichtete. Ach ja, Paprika hatten die übrigens auch nicht. Aber ich brauchte auch noch Majoran. Das hatten sie. Ich stellte also die kleine Dose Majoran in den Einkaufswagen und schob beide zur Kasse. Sehr zum Amusement des Pärchen vor mir in der Schlange. Vor allem die blonde Schlampe konnte sich königlich über meine Majorandose kringeln. Wie sie da ganz allein im Einkaufswagen stand und dann nicht weniger einsam auf dem Kassenband. “Jaja, Großeinkauf heute”, murmelte ich und das Bild eines Fleischwolfs, aus dem ein Paar blaue Stöckelschuhe und ein blonder Haarschopf herausragten, zog an meinem inneren Auge vorbei. Und Berge von Hackfleisch am anderen Ende. Beim vierten Laden hätte ich dann potenziell alles kriegen können, habe aber aus Protest gegen den dumpfen Konsumwahn die Paprikaschoten vergessen. Und eben beim Vorbereiten eines Nudelsalates habe ich mir gleich zwei Mal den Finger an Katalins Eierschneider gestochen (die Taste ist gar keine Taste sondern eine Vorrichtung, um Eier anzustechen). Ich trinke jetzt Bier.
Brandenburg: Mut zur Entleerung
Rainald Grebes Schmähsong “Brandenburg” bewegt die Gemüter der Leserschaft dieses Blogs schon seit geraumer Zeit. Er bewegt jedoch nicht nur die Gemüter, sondern auch die Tanzbeine verschiedener Politiker aus Brandenburg und dem Umland. Jetzt hat sich die Morgenpost auf Spurensuche in Brandenburg begeben und die Songzitate auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Herausgekommen ist dabei eine beeindruckende Bestandsaufnahme.
Verwirrt
Jetzt haben sie mich beim Zappen verwirrt. Schalte die ARD an, kommt was mit Pipi Langstrumpf. Schalte zum ZDF, kommt Pipi Langstrumpf. Überspringe den RBB, lande bei SAT1, kommt irgendwas mit Whoopy Goldberg. Schalte schnell weiter zu Pro7, kommt auch was mit Whoopy Goldberg (Frisur in beiden Filmen identisch). Schaue jetzt aus Protest Arte und lege mir danach ein dickes Buch gut sichbar auf den Tisch.
Nicht unerwähnt bleiben soll…
…dass der freundliche Herr Meskes, und zwar eben der Herr Meskes, der sich neulich über meinen Ostfriesentee lustig machte, in seiner Küche einen riesen Sack sogenannten Zitronengrastees hortet (von Demeter, aus biologischem blablabla). Angeblich schmeckt er halt so gut. Ich nehme das zur Kenntnis.
Für Analphabet/innen
Auf randomalarm.com kann man testen, wie es ist, ein großer Schriftsteller zu sein. Das Tool macht es einem einfach. Notfalls reicht es, mit dem Kopf auf die Tastatur zu schlagen. Zum Beispiel nach dem Konsum einiger Feuilleton-Artikel zum Thema Killerspiele.
Igitt. Weihnachten.
Ich kann Weihnachten nicht leiden. Ich kann schon die Tage vor Weihnachten nicht leiden. Und die Tage danach ist es erstmal auch nicht besser. Was könnt ich kotzen. Jedes Jahr der gleiche Mist:
22.04 Uhr: Eben gerade scheitern wir bei der Suche nach einem Pizzadienst. Undere Hoffnungen konzentrieren sich daher auf das Traumeck.
22.00 Uhr: Wir haben schon zwei Filme gesehen. Und ich kann mitteilen, dass die erste Etage des festlich geschmückten Kühlschrankes leer getrunken ist. Tatataaaa…. normales Bild!
17.45 Uhr: Wenig später haben wir nicht nur diverse Brathähne gefunden, sondern auch keine Flasche Pernot. War das herrlisch. Die festlich gedeckte Tafel, köstliche Kruste, alles vom Meskes liebevoll gekocht. Und geschmeckt hat es ! Mhmm… köstlich:

17.10 Uhr: Auf der Suche nach a) einer Flasche Pernot und b) 2 ganzen Brathähnchen (ohne Cola und ohne getoastetes, weißes Brot) fahren wir einige Stunden durch Neukölln. Leider hat sich unsere Annahme, dass in dem islamischen Bezirk an Weihnachten alle Läden auf haben nicht bestätigt.
16.50 Uhr: Eben bin ich beim Meskes angekommen. Der Kühlschrank ist schon festlich geschmückt:

15.04 Uhr: Gebe Dirk, auf dessen Webiste sich keine Youtube-Videos einbinden lassen, kluge Hinweise, die aber auch nichts helfen. Dirk hat einstweilen kapituliert.
14.39 Uhr: Bin wieder zu Hause und stelle fest, dass immer noch nichts in der Glotze kommt.
13.15 Uhr: Entgegen meiner Angewohnheit habe ich ein Weihnachtsgeschenk bekommen.
12.30 Uhr: Katalin stellte fest, dass sie es mit dem Zug nicht pünktlich nach Hause schafft. Ich bin kurz weihnachtlich aufgelegt und fahre sie nach Falkensee.
11.42 Uhr: Ich bin noch nichtmal aufgestanden und Weihnachten geht mir auf den Keks. Ich stelle fest, dass mit dem TV-Programm heute nichts anzufangen ist.
…
Praktisch: Youtube-Videos auf der Festplatte speichern
Und es ist auch noch einfach: Auf http://keepvid.com/ gibst du einfach den Link des Videos auf Youtube (oder einer ähnlichen Video-Seite) ein und bekommst einen Download-Link angezeigt, mit dem du die Flash-Datei (*.flv) runterladen kannst. Sehr praktisch. Ganz im Gegensatz übrigens zu den elektrischen Zahlbürsten, die auf einem Display im Griff anzeigen, wann man genug geputzt hat. Wie soll man das denn sehen, während die Bürste in Benutzung ist?
Trinkstörung II

Zu einer weiteren Trinkstörung kam es eben im Deutschen Bundestag. Nachdem bei einem kleinen Weihnachtsumtrunk die Anwesenden a) das Fass Bier aus der Zapfanlage und b) das Notfallsixpack ausgetrunken haben, waren wir zu weiteren Schritten genötigt. Die allerletzte Notfallreserve aus dem Kühlschrank erwies sich als untauglich. Zwar war der Verband Deutscher Bierbrauer so nett, uns zwei Flaschen Bier per Post zu schicken, aber es handelte sich um Weizenbier. Leider hatten auch die umliegenden Bierbuden geschlossen. Also riefen wir bei Pizzamax an:
Pizzamax: Guten Tag. Ihre Bestellung bitte…?
Ich: 20 kleine Bitburger bitte.
Pizzamax: Wollen Sie mich verarschen?
Ich: Nein, ich bin vom Bundestag.
Pizzamax: Ach so. Muss mal schauen, ob ich noch so viel habe. Wir haben auch 0,5er-Becks.
Ich: Dann nehme ich 10 Becks.
Pizzamax: OK. Das dauert 15 Minuten. Sollen wir das Bier verstecken oder offen reintragen?
Ich: Verstecken? Nein, das können Sie so reintragen.
Pizzamax: Ich weiß ja nicht, was bei Ihnen im Bundestag erlaubt ist.
Ich: Alles, denn es ist Weihnachten.
Pizzamax: OK, dann bis gleich.
Prost.
Büroimpressionen:


