Februar 25th, 2006
UAAH. Ich bin nahe der polnischen Grenze in einem Hotel an der Autobahn, an der ein Parkplatz mit Sexshop befindlich ist. Micha hat mir seine Kreditkarte geliehen. Deshalb kann ich wenigstens ins Internet gehen.
Wir haben “Klausur”-”Tagung” (ohne Blackjack und Nutten -Anm. Katja) unseres Bezirks”vorstandes”. Und mir ist so langweilig. Ich habe eigentlich auch gar keine Vorstellung davon, was ich jetzt schreiben soll. Dafür sitze ich mit Katja (und Sascha) an der Bar und trinke Bier.
Daraus ergab sich (ohne Sascha) der folgende, wichtige, tiefgreifende, höchst intellektuelle Dialog:
Mark: Stößchen!
Katja: Hi
Mark: ?
Katja: Warum sag ich denn jetzt hi? Naja, schönen Tag noch
Im übrigen pöbeln die Genossen gerade in der Hotellobby rum. Und Katja kommt eben wieder an die Bar und teilt ungefragt mit:
“Wir können ja wieder das schöne Blasen-Spiel spielen. Da vergeht die Zeit so schnell”.
Ich: “Hahaha.”
Katja: “Oh nein, damit werd ich Montag im Büro begrüßt”
Ich: “Na gut, aber immer abwechselnd”
Katja: “Sag ich ja. Oh. Wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus. “
rivva digest
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Februar 19th, 2006
An diesem Wochenende habe ich den Steffen, die Alice und den Flo in Essen besucht. Den Wiemers wollte ich auch besuchen, aber der hat sein Handy verloren. Und das Wochenende endete, wie solche Wochenenden immer enden. Alkoholschwanger. Und ich musste feststellen, dass die Essener Bevölkerung das nicht unterstützt.
Zum Beispiel sind wir Samstagmorgen gegen sieben Uhr noch schnell zur Tankstelle bei Eckel um die Ecke gegangen, weil wir so dringend tanken mussten und das Kiosk noch zu hatte. Wir gingen also in die Tanke rein, in der es übrigens toll nach frischen Brötchen duftete, schnurstracks zum Kühlschrank, nahmen jeweils eine Dose Veltins und stellten uns an diesen kleinen, runden Stehtisch ganz in der Nähe der Kasse. Zunächst erregte das auch kein Aufsehen. Schließlich hatte ich ein Sakko an. Und Steffen ne Mütze. Trotzdem dauerte es nur Minuten, bis der Tankstellenmann uns ankrähte, dass man in der Tanke keine alkoholischen Getränke konsumieren dürfe Spitze. Eine ganz tolle Tankstelle, in der man nicht tanken darf. Danke, Essen. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben aus einer Tanke rausgeflogen, obwohl wir doch nur tanken wollten. Nein, mussten.
Doch wie ich gestern erfuhr, haben es auch die Taxi-Fahrer in Essen in sich. Wir waren am Freitag nämlich eigentlich auf einer tollen Abschiedsparty von Matze, der nach Berlin zieht und sich von seinem Studentenwohnheim verabschieden musste. Nebenbei bemerkt war das auch komisch, denn in dem Partyraum wurde um eins der Strom abgestellt, sodass nicht nur das Bier warm, sondern die Musik auch leise wurde. War mit den ganzen Kerzen aber sehr romantisch. Und das Bier, ja das mussten wir halt schnell austrinken, bevor es warm wurde. Eine Low-Tech-Party sozusagen. Wir sind auf jeden Fall mit dem Taxi Heim gefahren, weil wir alle verantwortliche Autofahrer sind. Im Taxi gab es ein Gespräch, in dem ich argumentierte, dass Politiker zu wenig verdienen und habe das vorgerechnet. Der Taxifahrer hat zwar erst nix gesagt, aber ganz große Ohren gemacht, als er plötzlich ein Zweicentstück zückte und es mir als Spende in die Hand drückte. Ich kann mich daran nicht erinnern, aber es muss angeblich so gewesen sein, dass ich den Rest der Fahrt damit zubrachte, rumzujammern, dass die Spendenquittung, die ich dann ausstellen muss, teurer sei als die Spende, ich aber andererseits die Spende nicht schwarz annehmen könne. Überhaupt bin ich mir jetzt nicht sicher, ob ich die Spende an den Bundestagspräsidenten oder an einen Abgeordneten meiner Wahl weiterleiten muss. Darüber werde ich mir aber erst dann Gedanken machen, wenn das Hintergrundrauschen aus meinem Kopf verschwunden ist.
rivva digest
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Februar 7th, 2006
Gewonnen!
Mmh. Bier und Berlinale passen doch zusammen. Hätte ich nie gedacht, ist aber so.
Heute habe ich mich mit Halina und Zilli im Waschmaschinowski, der Kneipe von Wiprecht und Skuppin, getroffen. Es handelte sich dabei um ein Arbeitstreffen. Klar. Als wir in die Kneipe reinkamen, waren wir uns erst nicht sicher, ob es sich dabei um eine gute Wahl handelte, weil die Schankmagd direkt auf uns zustürmte und auf das Berlinale-Quiz hinwies, das an diesem Abend in der Kneipe laufen sollte. Immerhin haben wir keine Ahnung von Filmen. Und von der Berlinale schon gar nicht. Die Kellnerin duldete keinen Widerspruch und wies darauf hin, dass es in jedem der drei Fragenblöcke mit je fünf Fragen eine Schätzfrage gibt, auf die es ganz viele Punkte gibt und da auch inkompetente Trottel eine Chance hätten.
Kurz und gut, wir verzweifelten schon bei der ersten Frage, ließen das die Kneipe auch wissen und ernteten viel Mitleid. Die anderen vier Fragen – so dachten wir – konnte man kompetent schätzen, obwohl es nur eine Schätzfrage gab. Was kostet auf der Berlinale fünf Euro die Stunde? Nutten? Kinderbetreuung? Wir haben uns für letzteres entschieden und sollten Recht behalten. Was kostet 19 Euro pro Stück? Nutten? Eine Berlinale-Tasche. Wir entschieden uns wieder für letzteres und sahnten richtig Punkte ab. Das Sahnehäubchen war, als wir die tägliche Besucherzahl auf 300 genau schätzten. Die anderen Gäste fraßen nur noch unseren Staub. So langsam schlug das Mitleid mit uns in teils offen zur Schau gestellten Neid um. Das verschlimmerte sich im zweiten Frageblock nochmals, denn dort rannten wir bei allen Fragen einfach so durch. Die Krone setzte Zilli der ganzten Sache im letzten Block auf, als wir eine Frage (es ging irgendwie um einen besoffenen finnischen Regisseur) tatsächlich WUSSTEN. Also, Zilli wusste das.
Am Ende blieb den anderen Tischen nur noch die Kapitulation. Mit 16 Punkten hatten wir fast alles gewonnen, zwei andere Tische konnten nur noch in ein Stechen um den zweiten Platz gehen. Die Kiste Bier, die als Siegprämie ausgelobt war, wurde direkt unter den neidischen Blicken der anderen an uns übergeben. Wir haben uns auch sofort darüber her gemacht. Und damit die Kneipe trotzdem nicht ohne Umsatz sein muss, haben wir Vodka bestellt (ergab dicken Kopf am nächsten Tag). Aber das ist doch toll. Man geht in eine Kneipe und bekommt ne Kiste Bier. Also ich könnte mich daran gewöhnen.
rivva digest
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